Großes Gelände mit ehemaliger Fleischfabrik und angrenzendem Park Industriebrache wird neu genutzt

Borgholzhausen (WB/jog). Eine »Hahnenwiese« sucht man in Borgholzhausen vergeblich. Der nach ihr benannte Bebauungsplan Nr. 33 wurde nun im Ausschuss für Planen und Bauen nach rund fünfjähriger Pause neu aufgelegt.

So sieht die Rahmenplanung für das Poppenburg-Areal aus.
So sieht die Rahmenplanung für das Poppenburg-Areal aus.

Konkret geht es um die Folgenutzung der von Finkenau, Haller Weg und Violenbach eingegrenzten Fläche, auf der sich unter anderem die Gebäude der ehemaligen Fleischwarenfabrik Poppenburg befinden. Die bisherigen Planungen sind 2011 ins Stocken geraten, nun soll die Industriebrache beseitigt und die Neugestaltung einer Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe ermöglicht werden.

Stiftung Ummeln will bauen

Konkret liegen Angaben zur Wohnbebauung durch die Stiftung Ummeln und eine Bauvoranfrage für zwei Wohnhäuser vor. Zusätzlich soll neben dem Regenwasserrückhaltebecken eine mehrstöckige Parkpalette für Beschäftigte der Firma Bartling und eine Fuß-Radweg-Verbindung vom Generationenpark zur Innenstadt entstehen. Stadtplaner Dirk Tischmann stellte im Bau- und Planungsausschuss sein gegenüber den Entwürfen von 2011 ein aktualisiertes Rahmenkonzept vor.

Auf dieser Grundlage wird der Entwurf des Bebauungsplanes vorbereitet und dem Ausschuss in der nächsten Sitzung vorgelegt. Auch wenn ein beschleunigtes Verfahren möglich wäre, sollen aus Gründen der Rechtssicherheit doch erforderliche schalltechnische Abstimmungen und Umweltuntersuchungen durchgeführt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich im alten Baumbestand Quartiere von Fledermäusen oder im vorhandenen Teich Rückzugsräume von schützenswerten Amphibien befinden.

Parkhaus dient Lärmschutz

Die Vertreter aller Fraktionen sprachen sich für eine optisch ansprechende Gestaltung des Parkhauses aus, das im Nebeneffekt auch eine Schall- und Sichtbarriere zwischen den neuen Wohnhäusern und der Hauptzufahrtstraße zum Bartling-Gelände werden könnte. »Im Prinzip sind sich die Beteiligten einig, das Bebauungsplanverfahren und die Änderung des Flächennutzungsplanes schaffen die nötige Sicherheit für alle Eigentümer und Nutzer«, betonte Bürgermeister Dirk Speckmann.

Die Mitglieder des Planungsausschusses schlossen sich seiner Einschätzung an und votierten ohne Gegenstimme für die Beschlussvorlage. So könnte demnächst ein innenstadtnaher »Problembezirk« aus seinem Dornröschenschlaf erwachen und in neuem Glanz erstrahlen.

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