Verein »Laika« bietet im Dorf Sentana tiergestützte Trauerarbeit Kanela und Joker spenden Trost

Bielefeld (WB). Entspannt und der Länge nach ausgestreckt liegt Kanela auf dem Hofpflaster und blinzelt in die Sonne. Dann ist die Neugier auf den unbekannten Besucher doch größer, begrüßt die Mischlingshündin den Neuen freudig und holt sich erst einmal eine Streicheleinheit ab.

Von Hendrik Uffmann
Ingrid Littmann (links), Sandra Rauschen und Helferin Christina Kallage mit Kanela (links) und Joker.
Ingrid Littmann (links), Sandra Rauschen und Helferin Christina Kallage mit Kanela (links) und Joker. Foto: Uffmann

Die Gelassenheit und Freundlichkeit, die Kanela dabei ausstrahlt, hilft Kindern, die den Tod eines Angehörigen verkraften müssen. Denn die aus Griechenland stammende neun Jahre alte Hündin ist im Einsatz für den Verein »Laika – Trost auf vier Pfoten«, der tiergestützte Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien anbietet Gegründet wurde dieser im Mai 2015 von der Diplom-Sozialpädagogin Ingrid Littmann, die auch Trauerbegleiterin und Fachkraft für tiergestützte Therapie ist.

Umzug aus Senne

Bislang hatte der Verein seinen Sitz auf den Beginenhöfen in Senne, seit März hat er nun neue Räume auf dem Gelände des Begegnungs- und Gnadenhofs Dorf Sentana am Quellenhofweg in Gadderbaum bezogen und startet dort Ende des Monats erste Gruppenangebote.

Möglich wird dies durch eine Förderung im Rahmen der Landesinitiative »Starke Seelen« zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, bei der das Land NRW den Verein mit einer 90-Prozent-Förderung über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützt, wobei das Projekt wissenschaftlich begleitet wird. »Für uns ist es ein besonderes Glück, nun im Dorf Sentana zu sein und mit diesem auch zusammenarbeiten zu können«, sagt Ingrid Littmann.

Aktionen für Kinder

Gemeinsam mit Sozialpädagogin Sandra Rauschen, die zuvor auch auf dem Abenteuerspielplatz an der Apfelstraße gearbeitet hat, sowie ehrenamtlichen Helfern bietet sie Aktionen an für Kinder, in deren Familie jemand gestorben ist. Dazu gibt es Kreativangebote und Gespräche, vor allem aber die Unterstützung von Kanela, ihrem »Kollegen« Joker, einem zehn Jahre alten Kurzhaar-Collie, und den Tieren, die auf dem Begegnungshof- und Gnadenhof leben. »Mit dem Schafen, Ziegen und den Kaninchen können wir uns schon beschäftigen«, so Littmann.

Dabei haben die Tiere spezielle Fähigkeiten, erklärt sie. »Sie haben ein besonderes Talent, Menschen zu erreichen. Sie vermitteln Trost, Geborgenheit und Sicherheit. Gleichzeitig wirken sie durch ihr lebendiges Wesen aber auch kommunikationsfördernd und stimmungsaufhellend.« Hunde seien etwa hochsensibel, wodurch sie Konflikte und Trauer spürten. »Für eine Trauerbegleitung heißt das, dass sich die Kinder und Jugendlichen leichter öffnen, die Hemmschwelle sinkt und sie Gefühle zuzulassen.«

Verein ist auf Spenden angewiesen

Zunächst gebe es dafür Einzeltermine mit den Kindern und parallel dazu eine Elternberatung. Darauf aufbauend biete der Verein dann sieben verschiedene Gruppenangebote, für Kinder ebenso wie für Jugendliche, gesamte Familien oder speziell für Väter. »Die Kinder können zum Beispiel bei der Versorgung der Tiere helfen«, erläutert Ingrid Littmann. Und die Nähe zum Wald erlaube auch naturpädagogische Angebote, ergänzt Sandra Rauschen.

Start der Kindergruppe ist am Mittwoch, 30. Mai, Start der Jugendgruppe am Donnerstag, 7. Juni. Weitere Informationen und Anmeldungen unter Telefon 0521/55 77 03 73 oder per E-Mail an info@laika-trostaufvierpfoten.de. Und am 8. Juli will der Verein von 15 bis 17 Uhr zu einem Schnupper-Familiensonntag einladen.

Trotz der Landesförderung sei der Verein für seine Arbeit auf Spenden angewiesen, so Ingrid Littmann. Um die erforderlichen Eigenmittel aufzubringen, seien allein in diesem Jahr knapp 10.000 Euro notwendig. »Außerdem werden noch Geldspenden für pädagogisches Spielmaterial und für Ausstattung wie Outdoorkissen- und decken für das Tipi benötigt.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.