Brückensanierungen schränken ab 16. Juni Regionalverkehr in OWL ein Baustellen blockieren Bahn

Bielefeld (WB). Ein solches Bauvorhaben im Bereich der Bahn ist in der Region beispiellos: Mitte Juni beginnt die Sanierung dreier Bahnbrücken in Bielefeld. Das hat massive Folgen für den Bahnverkehr in OWL – mindestens bis Herbst 2019.

Von Bernd Bexte
Auf der Karte sind die wegen der Brückensanierungen vorgesehenen Teilsperrungen rot markiert (RB 74, RB 75, RE 82). Die RB 73 (gelb gepunktet) fährt zehn Minuten später ab. Betroffen sind in der ersten Bauphase Züge der Eurobahn und der Nordwestbahn, nicht jedoch der Fernverkehr (FV).
Auf der Karte sind die wegen der Brückensanierungen vorgesehenen Teilsperrungen rot markiert (RB 74, RB 75, RE 82). Die RB 73 (gelb gepunktet) fährt zehn Minuten später ab. Betroffen sind in der ersten Bauphase Züge der Eurobahn und der Nordwestbahn, nicht jedoch der Fernverkehr (FV).

Wichtige Regionalverbindungen fahren nicht mehr den Hauptbahnhof Bielefeld an, über den gesamten Zeitraum sind Millionen Fahrgäste betroffen, 20 Busse leisten Ersatzverkehr . »Das ist eine bislang einmalige Sache«, verdeutlicht Stefan Honerkamp vom Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die Dimension.

Am Freitag stellten der Verkehrsverbund, die Verkehrsunternehmen Eurobahn und Nordwestbahn sowie die Deutsche Bahn als Bauherr die Folgen der etwa 50 Millionen Euro teuren Brückensanierungen für den Bahnverkehr vor.

Betroffene Strecken

Die erste Bauphase dauert vom 16. Juni bis Mitte März 2019. In diesem Zeitraum gibt es Teilsperrungen auf der Bahnstrecke zwischen Brackwede und Bielefeld sowie zwischen Bielefeld und Lage.

Betroffen sind die Regionalbahnlinien RB 74 Bielefeld-Paderborn (Sennebahn), RB 75 Bielefeld-Osnabrück (Haller Willem) und RE 82 Bielefeld-Detmold-Altenbeken (Der Leineweber). Auf ihnen fahren jährlich insgesamt fünf Millionen Fahrgäste.

Die RB 74 und 75 enden am Bahnhof Brackwede. Von dort fahren die Züge in/aus Richtung Paderborn und Osnabrück wie gewohnt. Die Zugausfälle zwischen Bielefeld Hauptbahnhof und Brackwede werden durch den Einsatz von Bussen kompensiert: Sie fahren allerdings zwischen Hauptbahnhof und Bielefeld-Sennestadt (RB 74) sowie Hauptbahnhof und Bielefeld Quelle (RB 75).

Denn anders als in Brackwede ist an den Bahnstationen Sennestadt und Quelle ein barrierefreies Umsteigen möglich. Zusätzlich fährt ein Pendelbus in 20 Minuten (ohne Halt) zwischen Brackwede und der Uni Bielefeld.

Die Strecke zwischen Bielefeld und Lage ist für den RE 82 gesperrt, zwischen Detmold beziehungsweise Altenbeken und Lage fahren die Züge planmäßig. Als alternative Reiseroute wird eine Zugverbindung über Herford (mit Umstieg) angeboten.

Es fahren aber auch Pendelbusse zwischen Detmold und der Stadtbahnhaltestelle Bielefeld-Sieker. Die RB 73 (Bielefeld-Lage-Lemgo/Lüttfeld) fährt weiterhin, allerdings zehn Minuten später. Alle anderen Regionalverbindungen sowie die Züge des Fernverkehrs sind von den Bauarbeiten nicht betroffen.

Treuebonus und Infos

Die derzeit etwa 3500 Abokunden des Westfalen-Tarifs auf den betroffenen Strecken erhalten für die Unannehmlichkeiten einen Treuebonus in Höhe von 25 Prozent, wenn sie ihr Abo behalten.

Informationen dazu sowie zu den Streckensperrungen gibt es kostenlos bei einer Baustellenhotline (Tel. 08000007711) sowie ausführlich im Internet: www.baustellenfahrplan-owl.de . Zudem wird es Wegeleitungen an Bahnhöfen und Haltestellen zum nächsten Abfahrtsort geben. In den letzten beiden Juniwochen informieren »Reisendenlenker« an ausgewählten Standorten die Fahrgäste.

Zweite Bauphase

Eine zweite Bauphase folgt von März bis voraussichtlich Oktober 2019. »Auch hier wird es zu Beeinträchtigungen kommen, vielleicht sogar in noch größerem Ausmaß«, erklärt Marcus Klugmann von der Eurobahn. Denn parallel zu den Brückenarbeiten in Bielefeld wird auch in Lage gebaut. »Dann könnte der Fernverkehr betroffen sein«, sagt Torsten Nehring von der Deutschen Bahn. Die Planungen laufen, im Sommer würden entsprechende Fahrpläne erstellt.

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