Bielefelder Unternehmen beteiligt sich an #DeleteFacebook auf Twitter – als Marketinggang Dr. Oetker deaktiviert Facebook-Seite – für kurze Zeit

Bielefeld (WB/in/dpa). Der Datenskandal bei Facebook zieht seine Kreise durch die sozialen Netzwerke. Der Hashtag #DeleteFacebook macht derzeit die Runde bei Twitter. Und auch Dr. Oetker ist dabei.

Der Datenskandal bei Facebook zieht seine Kreise durch die sozialen Netzwerke.
Der Datenskandal bei Facebook zieht seine Kreise durch die sozialen Netzwerke. Foto: dpa

»Ein Gefühl der Leere macht sich breit. Schlaf gut, kleiner Prinz.« Mit diesem Kommentar hat Dr. Oetker mal wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Vorausgegangen war eine Aufforderung auf Twitter, die Nutzer sollten einen Post mit dem Hashtag #DeleteFacebook retweeten. Geschehe dies mindestens 1000 Mal, würde Dr. Oetker die Facebook-Seite »Dr. Oetker Pizza Deutschland« löschen. 

Gesagt, getan – und schon hatten die Bielefelder die Aufmerksamkeit der Netzgemeinschaft auf sich gezogen. Das war sechs Stunden später. Auf Nachfrage erklärte Bereichsleiterin Inga Stege, es handle sich um einen Marketinggag. Dr. Oetker habe die Facebook-Seite, die von immerhin 132.000 Nutzern abonniert ist, nur schlafend gestellt. Um sie wieder wach zu küssen, hat das Unternehmen 14 Tage Zeit. Dann wird der Zugang von Facebook endgültig gelöscht.

Kurzzeitiger Marketinggag

So lange benötigte Oetker aber nicht. Am Donnerstagabend kehrte der Konzern bereits zurück und schrieb bei Twitter: »Liebes @facebook, bevor du dir noch ernsthaft was antust (#FacebookDown) oder völlig vereinsamst (#DeleteFacebook), KOMMEN WIR ZURÜCK. Du bist wie die Pizza Hawaii. Wir können nicht mit, aber auch nicht ohne dich.« 

Bereits im Januar 2018 hatte Dr. Oetker im Netz gepunktet: Nach einem beleidigenden Post über die Schokopizza, konterte das Social-Media-Team der Bielefelder. 

45.000 Tweets

#deletefacebook« (lösche Facebook) wurde unter anderem von WhatsApp-Mitgründer Brian Acton aufgegriffen, der den Messaging-Dienst für rund 22 Milliarden Dollar an Facebook verkauft hatte und bis vor kurzem auch noch dort beschäftigt war. Sein Tweet ist der mit Abstand am weitesten verbreitete und wurde bis Donnerstagnachmittag fast 14.000 Mal retweetet oder zitiert. 

Insgesamt wurde der Hashtag am Mittwoch mehr als 88.000 mal verwendet, wie eine Auswertung des dpa-Monitoringdienstes Buzzrank ergab. Bis Donnerstagnachmittag deutscher Zeit kamen mehr als 45.000 Tweets dazu. 

Allerdings: Damit wurde der Hashtag zwar häufig verwendet, ist aber weit von wirklichen Wellen entfernt. So schafft es der Hashtag #MeToo seit Oktober, täglich oft mehrere zehntausend Mal erwähnt zu werden, an vielen Tagen aber auch mehr als 100.000 Mal. Am 9. März waren es sogar mehr als 390.000 Tweets. Selbst der eigentlich nur in Deutschland bedeutsame Hashtag #Groko hatte an Spitzentagen mehr als 50.000 Erwähnungen.

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