»Löffelpiraten« feiern 30-jähriges Bestehen »Geschichtenerzähler statt Party-Band«

Bielefeld (WB). Von einem Leben als Pirat träumen viele Kinder. Die Bielefelder Kinderliederband »Löffelpiraten« lebt schon seit 30 Jahren ihren Traum – zumindest auf der Bühne. Der Geburtstag wird an diesem Sonntag mit einem »Jubiläumskonzert« in der Neuen Schmiede gefeiert.

Von Janina Bergemann
Zum »Jubiläumskonzert« am Sonntag in der Neuen Schmiede in Bethel taucht die gesamte Mannschaft auf (von vorne links): David Herzel, Norbert Krafeld, Harald Kießlich, Klaus-Dieter Ciesinski und Klaus Arens.
Zum »Jubiläumskonzert« am Sonntag in der Neuen Schmiede in Bethel taucht die gesamte Mannschaft auf (von vorne links): David Herzel, Norbert Krafeld, Harald Kießlich, Klaus-Dieter Ciesinski und Klaus Arens.

»Dieses Jubiläum ist etwas ganz Besonderes für uns. Die kleinen Fans der ersten Stunde bringen mittlerweile ihre eigenen Kinder mit zu den Konzerten«, sagt Klaus-Dieter Ciesinski, Gründungsmitglied der Band.

Vom Wunsch angetrieben, Kindermusik zu machen, gründete er im Jahr 1988 zusammen mit Norbert Krafeld die Löffelpiraten. »Nachdem ich den Kinderliedermacher Fredrik Vahle live erlebt hatte, wusste ich, dass ich auch Kindermusik machen möchte. Zufällig wollte mein damaliger Volleyball-Kumpel Norbert das Gleiche«, erzählt Ciesinski. Bis zu ihrem ersten großen Konzert in der Bürgerwache vergingen keine vier Monate. Der Name der Band entstand aus einer Kinderspielaktion. Ein kleines Mädchen klemmte sich beim Frühstück einen Eierlöffel ans Auge und behauptete, es sei ein Löffelpirat. Das gefiel den beiden so gut, dass sie es übernahmen.

Einige Jahre später stieß Klaus Arens zum Duo dazu. Der Musiklehrer beherrscht viele unterschiedliche Instrumente – von der Ukulele bis hin zur Flöte. Seit vielen Jahren sind auch David Herzel (Schlagzeug) und Harald Kießlich (Akkordeon) mit an Bord. Je nach Größe der Konzerte treten die Löffelpiraten mal nur zu zweit oder zu fünft auf.

»Wir sehen uns nicht als Party--Band, sondern als Geschichtenerzähler. Wir wollen den Kindern ohne pädagogischen Zeigefinger Kreativität und Selbstbewusstsein vermitteln«, sagt Klaus-Dieter Ciesinski. Da passt es natürlich, dass sich die Löffelpiraten nicht auf einen Stil festlegen lassen. In ihren Liedern verarbeiten sie Elemente aus Folk, Blues und Rock. Auch bei der Wahl ihrer Instrumente lassen sie sich nicht festlegen. Neben klassischen Instrumenten wie Gitarre, Schlagzeug, Mundharmonika und Akkordeon entlocken sie auch so manchen Küchengeräten Töne. Ihre Auftritte sind eine Mischung aus Spiel und Gesang, bei denen immer Requisiten zum Einsatz kommen. »Uns ist es wichtig, die Kinder mit auf eine Reise durch viele große Meere der Gefühle zunehmen. Das erreichen wir auch durch unsere Kostüme und Requisiten«, sagt Ciesinski.

Die Band sieht sich auch nach all den Jahren noch als Hobbymusiker im besten Sinne. »Wir alle gehen noch unseren Berufen nach und musizieren nebenbei gemeinsam. Das war eine bewusste Entscheidung, weil wir nur so unsere künstlerische Unabhängigkeit bewahren können«, erklärt Ciesinski.

Die Band kann auf viele Höhepunkte zurückblicken – wie den ersten Preis beim bundesweiten Kindermusik-Wettbewerb »Kinder stark machen«, einen Liveauftritt in der WDR-Sendung »Lilliputz« und die Überreichung der »Silbernen Akademieze« für besondere Leistungen in der Kindermusik.

Die kleinen und großen Fans dürfen sich auf viele weitere Auftritte und ein neues Album der Löffelpiraten freuen, denn ans Aufhören denken die Seebären noch lange nicht. »So lange wir gesund sind, wollen wir weiter machen«, sagt Ciesinski.

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