Poltiker stimmen gegen Vorschlag Keine Chance für Hannes-Wader-Weg in Bielefeld

Bielefeld (WB). Einen nach dem Bielefelder Liedermacher Hannes Wader benannten Weg wird es im Bielefelder Stadtteil Hoberge-Uerentrup vorerst nicht geben. Das entschied jetzt die Bezirksvertretung Dornberg.

Von Stefan Biestmann
Liedermacher Hannes Wader stammt aus Bielefeld-Hoberge.
Liedermacher Hannes Wader stammt aus Bielefeld-Hoberge. Foto: Thomas F. Starke/Archiv

Das städtische Amt für Geoinformation und Kataster hatte sich dagegen ausgesprochen und den Politikern mitgeteilt, dass seit 1945 keine Straßen, Wege und Plätze nach noch lebenden Menschen benannt werden. »Es gibt dafür aber keine rechtliche Grundlage«, moniert CDU-Fraktionschef Wilhelm Kleinesdar. Er hatte den Antrag für den Wader-Weg gestellt – und auch als einziger Politiker dafür gestimmt. »Ich bin der Meinung, dass man auch einen Weg nach einer lebenden Person benennen kann«, sagt Kleinesdar. Schließlich gebe es zum Beispiel in Halle eine Roger-Federer-Allee in Anlehnung an den Tennis-Star und in Gronau einen Udo-Lindenberg-Platz als Hommage an den Musiker.

Neue Initiative nach 2020 denkbar

»Hannes Wader gehört zu den wenigen, die aus Dornberg stammen und bundesweit bekannt sind. Ich identifiziere mich nicht mit der politischen Haltung, aber seine Lieder finde ich toll«, sagt Kleinesdar. Deswegen hatten sich der Christdemokrat und andere Mitstreiter einen Abschnitt der so genannten Apfelallee in Hoberge ausgeguckt, um ihn nach Hannes Wader zu benennen. Wader wurde 1942 in Gadderbaum geboren und wuchs dann am Poetenweg in Hoberge-Uerentrup auf. Mit Liedern wie »Heute hier, morgen dort« landete er Erfolge.

Bei der ersten Beratung in der Bezirksvertretung im Oktober verständigten sich die Politiker zunächst darauf, den Liedermacher zu befragen, ob er mit einer Benennung des Weges einverstanden wäre. Bei einem Konzert in Gütersloh sei der 75-Jährige dann kontaktiert worden. »Er hat sich sehr darüber gefreut«, berichtet Kleinesdar.

Doch jetzt wird es trotzdem erst einmal nichts mit dem Wader-Weg. Kleinesdar schließt aber einen erneuten Vorstoß nicht aus. »Aber erst nach den Kommunalwahlen im Jahr 2020, wenn ich nicht mehr in der aktiven Politik bin«, sagt er. Dann wolle er darüber nachdenken, eine Initiative zu gründen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.