Politiker und Nachbarn kritisieren die Pläne zum Baugebiet an der Augustastraße Anlieger befürchten Lärm und Verkehr

Bielefeld (WB). Die Planer haben die Entwürfe für das Neubaugebiet an der Charlotten- und Augustastraße überarbeitet und konkretisiert, erlaubte Gebäudehöhen teilweise reduziert. Glücklicher macht das die Anwohner allerdings nicht, wie nun in der Sitzung der Bezirksvertretung deutlich wurde.

Von Peter Bollig
Das geplante Neubaugebiet unterhalb des Fernsehturms gilt als attrak­tiv – allerdings nicht bei den Anwohnern vom Wohngebiet Augustastraße (links) und Osnabrücker Straße (rechts). Sie befürchten den zusätzlichen Verkehr und Lärm.
Das geplante Neubaugebiet unterhalb des Fernsehturms gilt als attrak­tiv – allerdings nicht bei den Anwohnern vom Wohngebiet Augustastraße (links) und Osnabrücker Straße (rechts). Sie befürchten den zusätzlichen Verkehr und Lärm. Foto: Peter Bollig

Das Interesse der Anlieger an der Sitzung, in der die Pläne vorgestellt wurden, war groß – ebenso wie ihre Bedenken und der Unmut über das Vorhaben, das aus dem Gemüsefeld südlich der Osnabrücker und östlich der Augusta- und der Charlottenstraße Bauland für 23 Einzel- und Doppelhäuser sowie drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen machen soll.

Seit der ersten Bürgerbeteiligung 2016 hat das beauftragte Planungsbüro die Pläne präzisiert, auf Gutachten und Stellungnahmen reagiert. So könne etwa die Bebauung einige Meter in Richtung Süden, wo in der Verlängerung der Charlottenstraße ein Fußweg verläuft, verschoben werden, weil auf ein ursprünglich vorgesehenes Regenrückhaltebecken verzichtet werden könne.

Probleme im Begegnungsverkehr

Reagieren mussten die Planer vor allem auf ein Schallgutachten, mussten Lärmschutzmaßnahmen in Richtung Osnabrücker Straße einplanen. Dort, wo keine Häuser in der bestehenden Bebauung zwischen dem Neubaugebiet und der Osnabrücker Straße den Lärm abschirmen, soll eine Kombination aus Wall und Lärmschutzwand oder eine schmalere Schallschutzwand die neuen Bewohner vor dem Lärm der Osnabrücker Straße schützen. Wo bestehenden Gebäude die Geräusche bereits dämpfen, sollen im Neubaugebiet drei zur Osnabrücker Straße ausgerichtete Doppelhäuser zusätzlich einen Riegel bilden, indem Carports diese Häuser zu einer geschlossenen Bebauung verbinden.

Diese Lösung empört vor allem die Bewohner, deren Häuser zwischen der Osnabrücker Straße und dem Neubaugebiet liegen. Sie befürchten, künftig nicht nur dem Verkehrslärm von der Osnabrücker Straße, sondern auch dem reflektierenden Schall der Lärmschutzwände und der Häuserfronten ausgesetzt zu sein.

Unterdessen empfanden es die Bewohner der Augustastraße und der Charlottenstraße als Hiobsbotschaft, dass die Stadt beim Landesbetrieb Straßen NRW keine Genehmigung dafür bekam, das Neubaugebiet direkt an die Osnabrücker Straße anzubinden. Was bedeutet, dass der gesamte Verkehr über Augusta- und Charlottenstraße, letztlich auch über die Magdalenenstraße geführt werden muss. Die sei jetzt schon durch Busse und parkende Fahrzeuge überlastet, wie Brigitte Varchmin (Linke) anmerkte. Begegnungsverkehr sei da kaum möglich. Nicht nur Ursel Meyer (CDU) kann die Haltung von Straßen NRW nicht verstehen, zumal die Osnabrücker Straße im Zuge des A33-Ausbaus von einer Bundes- zur Landesstraße zurückgestuft wird. Und: »Andere Zuwegungen zur Osnabrücker Straße sind auch erlaubt worden, zum Beispiel am Hof Bobbert.«

Anwohner Klaus Strathkötter machte deutlich, dass – entgegen der Planung, die die Augustastraße für beidseitig befahrbar hält – geparkte Autos den Begegnungsverkehr erheblich erschweren. Die Anwohner befürchten, dass sich die Parkplatzsituation durch neue Bewohner verschärft. Wenigstens während der Bauphase müsse das Gebiet direkt an die Osnabrücker Straße angebunden werden, um den Baustellenverkehr aus den Wohnstraße herauszuhalten. Planer und Bauamt versprachen, sich weiter für diese Anbindung stark zu machen.

Verkehrsmenge soll deutlich sinken

Hans-Werner Plaßmann (SPD) wies darauf hin, dass genau dort, wo diese Zuwegung auf die Osnabrücker Straße führen müsste, die Lärmschutzwand geplant sei. Laut Bauamt bleibe der Bau dieser Zuwegung trotz Lärmwand möglich. Weil die Prognose davon ausgehe, dass nach Freigabe der A33 der Verkehr auf der Osnabrücker Straße um die Hälfte, der Lkw-Verkehr noch weiter zurückgehe, könne auf die Lärmschutzwand möglicherweise ganz verzichtet werden.

Die Bezirksvertretung stimmte dem Bebauungsplan denn auch nur unter der Bedingung zu, dass das Baugebiet direkt an die Osnabrücker Straße angebunden wird und eine lärmmindernde Bauweise geprüft wird.

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