Kleingärtner am Stauteich III sammeln Unterschriften gegen Abriss ihrer Parzellen für einen »Luttersee« »Freiwillig geben wir unsere Gärten nicht auf«

Bielefeld (WB). Die Kleingärtner des Vereins »Am Stauteich III« wehren sich weiter gegen die Pläne für einen »Luttersee«, für den 50 Parzellen der Anlage an der Heeper Straße wegfallen würden. Am Samstag überreichten sie eine Liste mit Protestunterschriften an Hans-Jürgen Franz (SPD), Bezirksbürgermeister in Mitte.

Von Hendrik Uffmann
Doris Baldwin überreicht im Namen der Gärtner die Unterschriften an Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz.
Doris Baldwin überreicht im Namen der Gärtner die Unterschriften an Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz. Foto: Uffmann

»Wir wollen auf jeden Fall unsere Gärten behalten. Freiwillig geben wir sie nicht ab«, sagte Doris Baldwin, ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins und Initiatorin der Unterschriftensammlung. 163 Unterstützer haben die Forderung nach dem Erhalt der Kleingartenanlage laut Baldwin bislang unterzeichnet, hinzu kommen 29 Unterstützer, die sich an einer Online-Petition beteiligt haben.

»Wir wollen weitere Unterschriften sammeln und dazu auch in den umliegenden Straßen mit den Menschen sprechen. Dann kommen sicher weitere hinzu«, zeigte sich Baldwin am Samstag kämpferisch.

Insgesamt gibt es 89 Parzellen

Die Kleingartenanlage zwischen der Heeper Straße und dem Stauteich III besteht seit 1932. Die Grundstücke gehören der Stadt und sind von den Kleingärtnern auf unbestimmte Zeit gepachtet. Gekündigt werden könne dieser Pachtvertrag jährlich bis Februar zum darauffolgenden November, so Vereinsvorsitzender Ulf Kersten. Aktuell hat der Verein 160 Mitglieder, insgesamt gibt es 89 Parzellen. Betroffen von den Plänen wären laut Doris Baldwin 47 Parzellen sowie der Bereich der Vereinsgaststätte, eine Bürolaube und das Gerätedepot des Vereins im westlichen Teil der Anlage.

Wie berichtet, gibt es aktuell Pläne, den Stauteich III neu zu gestalten. Eine Variante für dieses »Freiraumplanerische Konzept Luttergrünzug« sieht vor, den Stauteich zu vergrößern und dafür die jetzige Kleingarten-Fläche zu nutzen. Entlang der Heeper Straße sollen dann Wohnhäuser gebaut werden.

Lösung für die Aufwertung des Stauteichs III möglich?

Doris Baldwin betonte, dass die meisten der Gärtner aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Die Grundstücke am Strebkamp, die als Ausgleichsfläche im Gespräch sind, seien zu weit weg. »80 bis 90 Prozent der Mitglieder wohnen fußläufig. Sie packen nach Feierabend die Tasche und kommen rüber«, sagte auch Ulf Kersten. Und Karin Engel, Betreiberin der Vereinsgaststätte, betonte, dass die Gärten auch von vielen Spaziergängern besucht würden.

Baldwin zeigte sich überzeugt, dass eine Lösung für die Aufwertung des Stauteichs III möglich sei, bei der auch die Kleingärten erhalten bleiben können.

Die SPD werde sich dafür einsetzen, dass die Anlage erhalten bleibe, machten Frederik Suchla, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten in der Bezirksvertretung Mitte, Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD) und die Vertreter der drei umliegenden SPD-Ortsvereine Untersieker, Oststraße und Hellingskamp am Samstag klar. Hans-Jürgen Franz sprach von einer »Verselbstständigung von Planer-Ideen« und wies auf die Funktion der Gärten hin, in den Generationen und Nationen gemeinsam lebten. »In Sieker haben wir mit viel Geld ein interkulturelles Gartenprojekt ins Leben gerufen, und hier sollen Gärten abgerissen werden.«

»Die Gärten müssen bleiben. Und die Kleingärtner wollen jetzt, wo bald die Saison beginnt, schnell Klarheit haben«, erklärte Suchla.Die Bürgerinformationsveranstaltung zu den »Luttersee«-Plänen, die die BZV Mitte beschlossen hatte, solle zeitnah stattfinden. Erst anschließend wolle die Bezirksvertretung Mitte entscheiden.

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