Arbeiten in Bielefeld verzögern sich – Probleme mit Nordafrikanern gelöst Gefängnis zu klein

Bielefeld (WB/ca). Die Erweiterung der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Brackwede verzögert sich. »Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes liegt vier Monate hinter dem Zeitplan«, sagte JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen. Er verwies auf ähnliche Probleme bei den Bielefelder BLB-Baustellen Landgericht, Uni und Finanzamt.

Die JVA von Innen.
Die JVA von Innen. Foto: Jens Heinze

Die 542 Haftplätze der JVA Bielefeld (darunter 68 für Frauen) waren 2017 mit durchschnittlich 548 Gefangenen belegt. Das klappte nur, weil andere Räume zu Zellen umfunktioniert wurden. Zur Enge kommt das Problem, dass nach 41 Jahren eine Grundsanierung der Fassade ansteht, die die Räumung etlicher Hafträume für die Zeit der Arbeiten notwendig macht.

»Das neue Hafthaus mit 130 Plätzen sollte Entlastung schaffen«, sagte Nelle-Cornelsen. Ursprünglich habe man den Neubau im Sommer 2019 eröffnen wollen. »Das ist wohl nicht mehr zu halten.« Die zuständige BLB-Niederlassung Münster bestätigte die Verzögerung. Eine Sprecherin sagte zur Begründung: »Im Zuge des Genehmigungsprozesses mussten Informationen eingeholt werden, was länger gedauert hat als geplant.«

Gefangene aus 42 Nationen

Die 550 Gefangenen, die aktuell in Brackwede sitzen, gehören 42 Nationen an. 42 Prozent sind in Deutschland geborene Deutsche, 16 Prozent im Ausland geborene Deutsche und 42 Prozent Ausländer. Hier stehen an erster Stelle Georgier (30 Inhaftierte). »Die meisten gehörten Einbrecherbanden an«, sagte Nelle-Cornelsen. Sie schotteten sich im Gefängnis als Gruppe ab, machten aber keine übermäßigen Probleme.

Die massiven Störungen (Sachbeschädigungen, mit Exkrementen verschmutzte Zellen usw.), für die noch vor einem Jahr Nord­afrikaner gesorgt hätten, hätten deutlich abgenommen, sagte der Gefängnisleiter. »Bestrafungen, massiver Einsatz von Dolmetschern, die Unterstützung durch zwei Integrationskräfte und die Einführung des Freitagsgebets in unserer Anstaltskirche – das alles hat dazu geführt, die Menschen zu beruhigen.« Probleme mache noch eine Handvoll Islamisten, die man aber auch nicht zum Freitagsgebet ­zulasse.

Arzt gesucht

Eine größere Baustelle der JVA sind freie Stellen, die man nicht besetzt bekommt. Neben Handwerksmeistern und Vollzugskräften wird schon seit längerem ein zweiter Anstaltsarzt gesucht. »Kein Nachtdienst, kein Wochenenddienst, keine Abrechnungen – eigentlich eine tolle Stelle«, wirbt Uwe Nelle-Cornelsen.

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