Sozialdezernent widerspricht Gerüchten – Thema in der BZV Heepen Kitas sollen bei christlichen Festen keine Abstriche machen

Bielefeld (WB). Dass an Kindertagesstätten christliche Feste nur in abgewandelter Form gefeiert werden, aus Rücksicht auf die vielen nicht-christlichen Kinder, die es dort gibt – diese Gerüchte tauchen immer wieder auf. Nun gibt es dazu sogar eine Anfrage von SPD und CDU in der Bezirksvertretung Heepen.

Von Hendrik Uffmann
Die Vermittlung christlicher Traditionen gehört an städtischen Kitas laut Leitlinien zur interkulturellen Bildung.
Die Vermittlung christlicher Traditionen gehört an städtischen Kitas laut Leitlinien zur interkulturellen Bildung. Foto: dpa

Dazu erklärt Sozialdezernent Ingo Nürnberger: »Eine derartige Vorgabe oder Empfehlung der Stadt, so vorzugehen, gibt es nicht.« Dies gelte auf jeden Fall für die städtischen Kitas, für die er sprechen könne, so Nürnberger. »Im Gegenteil. In unseren Leitlinien, nach denen wir arbeiten, steht explizit, dass es zur interkulturellen Bildung gehört, dass christliche Feiertage dazu gehören und alle Kinder die christlichen Traditionen kennen lernen«, betonte der Sozialdezernent gestern auf Nachfrage.

Hintergrund ist die Anfrage, die Guido Elsner (CDU) und Gerhard Wäschebach (SPD) als Fraktionsvorsitzende ihrer Parteien in der Bezirksvertretung Heepen für deren Sitzung an diesem Donnerstag (18 Uhr, Mensa der Schulzentrums Heepen) gestellt haben.

Anfrage in der Bezirksvertretung Heepen

Darin heißt es, dass in der jüngeren Vergangenheit immer wieder von Bürgern berichtet worden sei, dass »es vermutlich seitens des Jugendamtes Vorgaben/Empfehlungen für die städtischen Kindertageseinrichtungen gäbe, anlässlich verschiedener Feste christlichen Ursprungs nicht die eigentlichen Bezeichnungen der Feste (zum Beispiel Martinsumzug) zu verwenden und nur Versionen von Liedern zu singen, deren Texte die christliche Herkunft nicht mehr erkennen lassen (zum Beispiel St. Martin: statt ›Lieber Martin komm und schaue‹ nun ›Lieber Mond komm und schaue‹) oder zum Beispiel in der Weihnachtszeit möglichst weihnachtliche Lieder ohne expliziten christlichen Bezug wie zum Beispiel: ›Schneeflöckchen, Weißröckchen‹ oder ›Oh Tannenbaum‹ zu singen.« »Gibt es Empfehlungen oder Vorgaben für die städtischen Kindertageseinrichtungen im Stadtbezirk Heepen hinsichtlich des Umgangs mit Festen christlichen Ursprungs (wie zum Beispiel empfohlene Liedertexte, etc.)?«, lautet die Frage, die die Fraktionsvorsitzenden stellen.

Dies sei nicht der Fall, betonte Ingo Nürnberger nun, schon bevor das Thema in der Sitzung behandelt wird. Eine Erklärung, wie es zu solchen Gerüchten kommen, habe er nicht. Jedoch tauchten diese immer wieder auf. »Mir ist es deshalb wichtig, darüber zu reden, bevor sich diese Gerüchte verfestigen.«

»Aber im Vordergrund stehen klar die christlichen Feste«

Zwar werde im Rahmen der interkulturellen Bildung auch Traditionen anderer Religionen wie zum Beispiel das muslimische Zuckerfest oder der Ramadan thematisiert, »aber im Vordergrund stehen klar die christlichen Feste, sie sollen dominant sein«, so Nürnberger. Christliche Feste würden an den städtischen Kitas als solche benannt und auch so gefeiert.

Und ganz bewusst sollte n auch die nicht-christlichen Kinder die christlichen Werte und Traditionen kennenlernen. Nürnberger: »Natürlich zwingen wir niemanden, daran zu glauben. Aber ich bin auch persönlich fest davon überzeugt, dass wir alle davon profitieren, wenn wir die kulturellen Grundlagen unserer Gesellschaft kennen und wissen, warum es am 6. Dezember Süßigkeiten gibt.«

Sollten Eltern den Eindruck haben, dass dies an einer Kita anders gehandhabt werde, »dann sollen sie sich bei uns melden«, betonte der Sozialdezernent.

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