Unfallstatistik: vier Menschen beim Überqueren der Straße getötet Risikogruppe Fußgänger

Bielefeld (WB). Weniger Unfälle, weniger Verletzte – aber mit zehn Verkehrstoten zwei mehr als im Vorjahr. Die Bielefelder Polizei will jetzt verstärkt Fußgänger als Risikogruppe in den Blick nehmen.

Von Bernd Bexte

Das hat Polizeipräsidentin Katharina Giere am Freitag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2017 angekündigt. Fünf der ums Leben gekommenen Unfallopfer waren Fußgänger, vier davon im Alter zwischen 52 und 94 Jahren wurden beim Überqueren der Fahrbahn getötet. »Die Zahl der verunglückten Fußgänger ist insgesamt von 139 im Jahr 2016 auf 184 im vergangenen Jahr gestiegen«, sagt Polizeidirektor Thomas Rosenthal, Leiter der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium. Das zwinge die Polizei zum Handeln.

Ähnlich wie im Vorjahr beim Thema Radfahrunfälle wolle man jetzt das Augenmerk auf die Fußgänger lenken. »Im vergangenen Jahr haben wir bei acht Fahrrad-Aktionstagen gezielt Kontrollen durchgeführt«, erläutert Giere. Die Zahl der verletzten Radfahrer sei von 356 auf 315 gesunken. Doch wie kann man Unfälle mit Fußgängern verhindern? »Hier geht es wohl weniger um repressive Maßnahmen als um Prävention, etwa die Menschen anzuhalten, sich insbesondere im Dunkeln verkehrsgerecht, also gut sichtbar zu kleiden«, sagt Rosenthal.

Häufigste Unfallursache war Missachten von Ampel-Rotlicht

Auch wenn es keine verlässlichen Zahlen gibt – die Polizei vermutet hinter einer wachsenden Zahl von Unfällen Ablenkung durch Smartphones als Ursache. Ein Indiz: 2017 ahndete die Bielefelder Polizei 3279 Handyverstöße, 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Als besondere Unfallschwerpunkte hat die Polizei die Kreuzung Jöllenbecker/Mindener Straße/Am Güterbahnhof ausgemacht. Hier übersahen viele Autofahrer beim Abbiegen Radfahrer. Auch der Adenauerplatz ist eine neuralgische Stelle. Häufigste Unfallursache war hier das Missachten von Ampel-Rotlicht. Es werde geprüft, ob durch weitere Kontrastblenden die Sichtbarkeit der Ampelsignale erhöht werden könne. An beiden Unfallschwerpunkten will die Polizei verstärkt kontrollieren. »Wir erhoffen uns auch eine Entschärfung durch den baldigen Lückenschluss der A33 im Bielefelder Süden«, sagt Rosenthal. An der A33-Abfahrt auf den OWD sei es vermehrt zu Unfällen gekommen.

Insgesamt zeigte sich Polizeipräsidentin Giere aber mit der Entwicklung zufrieden. Die Zahl der Verunglückten im Stadtgebiet sank gegenüber 2016 um 134.

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