19-Jähriger griff Fahrkartenkontrolleurin der Westfalen-Bahn an Erstmals Zugverbot verhängt

Bielefeld (WB/bex). Nach einem brutalen Übergriff auf eine Kundenbetreuerin in einem Zug der Westfalen-Bahn (WFB) am 10. Februar hat das Eisenbahnunternehmen aus Bielefeld nun erstmals ein Hausverbot gegen einen Fußballfan ausgesprochen. Die WFB entzog ihm für ein halbes Jahr das Recht zur Beförderung in allen ihren Zügen.

Die Westfalen-Bahn will konsequent gegen Gewalt vorgehen
Die Westfalen-Bahn will konsequent gegen Gewalt vorgehen Foto: Moritz Winde

Der 19-Jährige aus Emden hatte am späten Abend auf der Rückreise von einem Heimspiel des BVB in der RE 15 (Münster-Emden) die Kontrolleurin (31) attackiert. Er war der Westfalen-Bahn namentlich bereits bekannt. Die Kundenbetreuerin hatte ihm einen Bußgeldbescheid (40 Euro) wegen Verstoßes gegen das Rauchverbot im Zug ausgehändigt. Zunächst blieb alles friedlich.

Nach dem Kontrollgang betrat die Westfalen-Bahn-Mitarbeitern dann den Führerstand, um den Lokführer über die Lage zu informieren. Nach Angaben der WFB klopfte der 19-Jährige plötzlich an die Tür. Als die Kontrolleurin diese öffnete, habe der junge Mann ihr einen heftigen Kopfstoß versetzt. Mit starken Kopfverletzungen sei die Frau zu Boden gegangen. Der Lokführer habe sofort eine Notbremsung eingeleitet.

»Die Auswertung der Videoüberwachung durch die Bundespolizei ist erschreckend – eine Gewaltschwelle war bei dem jungen Mann nicht vorhanden. Die Kundenbetreuerin ist bis heute noch nicht wieder dienstfähig«, teilte die Westfalen-Bahn am Mittwoch mit. Neben dem jetzt anstehenden strafrechtlichen Verfahren fahre das Unternehmen künftig eine »Null-Toleranz-Linie« gegen Gewalt. Das Zugverbot auf Zeit sei allerdings nur schwer zu überwachen. »Wir machen deswegen keine zusätzlichen Kontrollen«, räumt ein WFB-Sprecher ein.

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