Mächtiges Naturdenkmal an der Ditfurthstraße war nicht mehr standsicher 200 Jahre alte Eiche gefällt

Bielefeld (WB). Fast 200 Jahre hatte die Eiche Zeit, sich zu einem imposanten Baum zu entwickeln. Mit Hilfe von Kettensägen und einem Autokran dauerte es am Montag nur wenige Stunden, bis die als Naturdenkmal eingestufte Eiche gefällt war. Doch der Baum war beschädigt und nicht mehr standsicher.

Von Hendrik Uffmann
Ein Kranwagen nahm die abgesägten Teile des Baumes an den Haken und ließ sie Stück für Stück zu Boden.
Ein Kranwagen nahm die abgesägten Teile des Baumes an den Haken und ließ sie Stück für Stück zu Boden. Foto: Bernhard Pierel

Allein der Hauptteil des Stammes, den Matthias Dorenkamp gegen 11.30 Uhr mit der Kettensäge kurz über dem Erdboden abschnitt, wog etwa 7,5 Tonnen und hatte an der dicksten Stelle einen Umfang von mehr als vier Metern. »Insgesamt war der Baum wohl etwa 15 Tonnen schwer«, schätzt der Fachmann von der Firma Climbtek, die im Auftrag des städtischen Umweltamtes die Fällarbeiten durchgeführt hat.

1978 war ein Blitz eingeschlagen

Warum es notwendig war, den Baum zu entfernen, zeigte Dorenkamp dann an dem Baumstumpf: In den Stamm hinein ragte eine tiefe Ausbuchtung, im Kern war das Holz morsch und bröselig. »Die schwarzen Flecken zeigen, wo das Holz mit eindringendem Eisen reagiert hat«, erklärte Matthias Dorenkamp.

Der Baum habe mehrere Schäden aufgewiesen, sagt auch Arnt Becker vom Umweltamt. Einer davon stammt aus dem Jahr 1978, als ein Blitz in die Eiche einschlug und eine deutlich sichtbare »Narbe« hinterließ.

Weitere Beschädigung seien dann auch durch mehrfache Arbeiten im Wurzelbereich des Baumes entstanden. An diesen Schadstellen konnten holzzersetzende Pilze in den Baum eindringen, so dass sich in dem Stamm die Faulstellen gebildet haben.

Höhlung am Fuß des Stammes

Im Laufe der Jahre habe sich auf diese Art die tiefe, offene Höhlung am Fuß des Stammes entwickelt. Schon vor vielen Jahren wurde die Eiche an dieser Stelle mit Gewindestangen aus Stahl stabilisiert, zeigte gestern Matthias Dorenkamp. Aber auf Dauer hätten diese auch nicht ausgereicht, um den Baum standsicher zu machen.

2005 sei außerdem die Krone der Eiche zurückgeschnitten wurden, so dass diese weniger Angriffsfläche bei starkem Wind bietet, so Arnt Becker. Dadurch sei es möglich gewesen, den Baum zunächst zu erhalten – bis neueste Untersuchungen nun aber gezeigt hätten, dass die Eiche aber dennoch nicht mehr sicher sei und deshalb gefällt werden musste.Für die Arbeiten war die Ditfurthstraße am Montag von 7 Uhr morgens an zwischen der Haunummer 60 und der Einmündung Deciusstraße voll gesperrt – auch für Fußgänger. Dennoch hätten Passanten immer wieder die Absperrbaken ignoriert und seien durch den Arbeitsbereich gelaufen, berichtete Dorenkamp. »Hier gibt es auch schwebende Lasten, wenn die Baumteile am Kranhaken hängen. Das ist sehr gefährlich«, erläuterte er den Fußgängern.

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