Gesundheitsbildung gehört in den Schulunterricht Hurrelmann: »Schüler wissen kläglich wenig über Gesundheit«

Bielefeld/Berlin (epd). Experten wollen das Allgemeinwissen über Gesundheitsthemen verbessern. »Es sind viele Wissenslücken zu schließen, die für das Alltagsleben von großer Bedeutung sind«, sagte der Bildungs- und Gesundheitsforscher Klaus Hurrelmann dem Evangelischen Pressedienst.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Der Wissenschaftler stellte am Montag in Berlin 15 Empfehlungen für einen »Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz« vor. Darin heißt es, Gesundheitsbildung sollte bereits im Kindergarten beginnen. Vor allem aber gehöre das Thema Gesundheit in den Schulunterricht.

Gesundheitsthemen in Schulalltag einbeziehen

Klaus Hurrelmann Foto: dpa

Hurrelmann, der viele Jahre an der Universität Bielefeld tätig war, bezeichnete es als »schwer nachvollziehbar, dass so ein wichtiger Bereich des Lebens in der Schule kaum vorkommt«.

Aus seiner Sicht wäre die Einführung eines neuen Schulfachs »Gesundheit« ideal. Als Zwischenlösung fordert er, Gesundheitsthemen in Fächer wie Sport, Biologie und Sozialkunde einzubeziehen. »Auch Arbeitsgemeinschaften und Projektwochen sind denkbar«, sagte er.

Empfehlungen von Experten

Junge Leute seien meist überfordert, wenn sich plötzlich ein gesundheitliches Problem einstelle, erklärte Hurrelmann. »Sie reagieren dann häufig hilflos und geraten in Panik, weil sie nicht wissen, wo und wie sie sich die angemessene Unterstützung holen können.« Nach aktuellen Untersuchungen sei das Wissen von Schülern in der Mittel- und Oberstufe zu Gesundheitsfragen »teilweise kläglich«. Viele wüssten zum Beispiel nicht, dass häufiger Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko vergrößert.

Das Expertenteam um Hurrelmann, in dem auch Wissenschaftler der Universität Bielefeld vertreten sind, orientierte sich mit seinen Empfehlungen für die allgemeine Verbesserung des Gesundheitswissens nach eigenen Angaben an Vorbildern in anderen Ländern. Es legt auch Vorschläge für eine verbesserte Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten vor und fordert Vereinfachungen im Gesundheitssystem. Patienten müssten sich zurechtfinden können und leichter an Informationen kommen, die ihnen wirklich helfen, hieß es.

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