Tod im Krankenhaus: Bielefelder Staatsanwalt sieht kein Verschulden beim Personal Was durften die Ärzte?

Bielefeld (WB). Nach dem Tod seines Vaters (83) im Bielefelder Franziskus-Hospital erhebt der Kommunalpolitiker Robin Fermann Vorwürfe gegen Ärzte, Polizei, und Staatsanwaltschaft. »Alles soll vertuscht werden. Ich habe mir einen Rechtsanwalt genommen, der sich den Obduktionsbericht genau ansehen wird.«

Von Christian Althoff
Staatsanwalt Christoph Mackel sieht kein Verschulden des Krankenhauses.
Staatsanwalt Christoph Mackel sieht kein Verschulden des Krankenhauses. Foto: Thomas F. Starke

 Wie berichtet, war der Patient gestorben, nachdem ihn Ärzte und Pfleger gehindert hatten, nachts das Krankenhaus zu verlassen. Rechtsanwalt Jan Hochmann: »Ich habe Akteneinsicht beantragt. Es steht die Frage im Raum, ob der Mann festgehalten werden durfte, obwohl er nach Hause wollte.«

Verdacht auf Lungenembolie

Der 83-Jährige war von seinem Hausarzt wegen Verdachts auf Lungenembolie ins Krankenhaus eingewiesen worden und lag dort auf der Intensivstation. Staatsanwalt Christoph Mackel: »Es bestand die Gefahr, dass sich ein möglicher Thrombus löst. Deshalb galt für den Mann strikte Bettruhe. Er sollte sich nicht bewegen.«

Als der Patient am 23. Januar nachts das Krankenhaus habe verlassen wollen, hätten ihn die Ärzte zurecht nicht einfach gehen lassen, sagt Mackel. »Der Mann war dement und überblickte die Folgen seines Handelns offensichtlich nicht. Deshalb hatten die Krankenhausmitarbeiter eine Garantenstellung. Sie waren für ihn verantwortlich.«

Tumulte mit Angehörigen

Weil der Patient keinen gesetzlichen Betreuer gehabt habe, hätten sich die Ärzte theoretisch die Zustimmung zur Behandlung von einem Richter holen können. »Aber dafür war in der konkreten Situation keine Zeit.« Die Ausein­andersetzung eskalierte, als ein Sohn versuchte, mit dem alten Mann die Intensivstation zu verlassen und Krankenhausmitarbeiter den Patienten ins Bett zwangen, um ihm eine Beruhigungsspritze zu geben. Der 83-Jährige starb, ein Wiederbelebungsversuch war ohne Erfolg. Es kam zu Tumulten mit Angehörigen der türkischen Familie. Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer des Franziskus-Hospitals, sagte, dass dabei ein Arzt und eine Assistenzärztin angegriffen worden seien.

Fermann, gebürtiger Türke, spricht von Mord. Er will sich beim NRW-Justizministerium über die Staatsanwaltschaft beschweren, türkische Medien einschalten und in der Türkei Anzeige gegen die Krankenhausmitarbeiter erstatten.

Kommentare

"...türkische Medien einschalten und in der Türkei Anzeige gegen die Krankenhausmitarbeiter erstatten."

Und dann am besten gleich da bleiben um nicht eines Tages selber "Mördern" in deutschen Krankenhäusern in die Hände zu fallen.

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