178 Aussteller bei der Messe »Handmade« in Stadt- und Ausstellungshalle Im Rausch von Farben und Materialien

Bielefeld (WB). Neben Reiten zählt Amy Louisa das Nähen, Häkeln und Sticken zu ihren Hobbys. Da konnte sie am Wochenende aus dem Vollen schöpfen. Bei der Messe »Handmade« in der Stadthalle gab es alles rund um das Handarbeiten. Und noch einiges mehr.

Von Sabine Schulze
Ein wahre Farbenpracht am Stand von Ute Papendick. Susanne Kramm (links) lässt sich von Anneli Mathes beraten.
Ein wahre Farbenpracht am Stand von Ute Papendick. Susanne Kramm (links) lässt sich von Anneli Mathes beraten. Foto: Bernhard Pierel

Zum 13. Mal veranstaltete Wolf Zenker die Messe, 178 Aussteller waren angereist. »Etwa 70 Prozent sind Stammkunden, 30 Prozent sind immer neu«, erklärt er. Das sorgt für Abwechslung und eine gute Mischung. Und das lockt die Besucher. Fast 12.000 kamen – aus dem Münsterland ebenso wie aus Paderborn, das Einzugsgebiet der Messe ist groß. »Wir profitieren auch davon, dass es der Einzelhandel heute relativ schwer hat«, sagte der Messeveranstalter. Viele kleinere Geschäfte nutzten eine solche Schau, um Werbung für sich zu machen und Aufmerksamkeit zu erhalten. »Die Umsätze hier sind das eine, das Nachgeschäft das andere.«

Erstmals dabei war in diesem Jahr eine Hifi-Ausstellung. Kooperationspartner war das Tonstudio Jupit von Reinhard und Michael Stitz mit Geräten, die nicht in Massenproduktion entstanden sind, sondern in Handarbeit. In einem Konferenzraum der Stadthalle wurde zum Probehören eingeladen: ein besonderes Hörerlebnis war garantiert, puristische Musikfans, die bewusst zuhören, kamen auf ihre Kosten.

Amazon ist zum ersten Mal dabei

Ebenfalls erstmals bei einer »Handmade«: der Online-Händler Amazon. »Klingt ja im ersten Moment wie ein Widerspruch«, gesteht Zenker zu. Aber es ging eben darum, Kunsthandwerkern und Kreativen eine Plattform anzubieten, auf der sie sich und ihre Produkte vorstellen und und über die sie vermarkten können.

Ansonsten waren bei der Messe naturgemäß die Anbieter von Stoffen, Wollen, Knöpfen, Perlen, Bordüren und Litzen reichlich vertreten, ein Rausch von Farben und unterschiedlichen Materialien war garantiert. Wer glaubt, dass Quilten etwas mit der Resteverwertung von Stoffen zu tun hat, wie sie noch die Pionierfrauen betrieben, wurde eines Besseren belehrt: Kleine und große, farblich abgestimmte Stoffe konnten gekauft werden, um daraus im Pachtwork-Look individuelle dreilagige Decken zu steppen. Neue Ideen für das Stricken gab es bei Ute Papendick aus Halle: asymmetrisch geschnittene Überwürfe oder Dreieckstücher peppen garantiert jedes Outfit auf. Susanne Kramme griff gleich zu, kaufte dicke Wolle und ließ sich gleich erklären, wieviele Maschen sie anschlagen muss. Ketten und Armreifen konnten die Besucherinnen – die wieder in der Mehrzahl waren – fertig kaufen oder aber das notwendige Zubehör erstehen, um daheim selbst zu Werke zu gehen. Für Hobby-Schneiderinnen hatte Irena Dierckx aus Belgien das richtige Zubehör: Schablonen für Schnittmuster, die Variationen des Halsausschnittes erlauben, ein Nadel-Einfädel-System oder Magneten, die die Stecknadel ersetzen. Und bei Knutsel gab es alles, um eigene, besondere Grußkarten aus Karton zu basteln.

Kissen in Kipferlform

Verführerisch war der Duft am Stand von Ditmar Meyer: dank der handgefertigten Naturseifen, Badekugeln und -salze der Berliner Manufaktur Blaull. Ebenfalls für das Wohlbefinden gedacht waren die Kissen in Kipferlform: zum Kuscheln oder für die Reise. Und wer einen verspannten Nacken hat, erfährt mit Traubenkernkissen Hilfe. Hübsch und pfiffig waren schmückende Klemmen für Tücher oder Nadeln für den Poncho, fesch und wärmend die Filzhüte, die Susanne Spieker-Döhmann aufprobierte, gut beraten von Enkelin Amy Louisa. Schönes für die Küche aus Olivenholz, produziert im Familienbetrieb in Tunesien bot Mehdi Mejri an und gab einen Pflegetipp gaben mit auf den Weg: Bitte nur mit heißem Wasser abwaschen und ab und an mit einem Tropfen Olivenöl pflegen. Stöbern, entdecken, genießen – von Kakaokonfekt über Käse bis zu Chutneys – und sich inspirierenlassen: All’ das erlaubte die Handmade.

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