Minderheitsaktionäre des Bielefelder Unternehmens sollen ihre Anteile an den Mehrheitsgesellschafter abgeben Dürkopp Adler: Aktie bricht nach Übernahmeangebot ein

Bielefeld/Schanghai (WB). Die Minderheitsaktionäre der Dürkopp Adler AG sollen ihre Anteile an den Mehrheitsgesellschafter abgeben und dafür mit 35,81 Euro je Aktie entschädigt werden. Das teilte der Bielefelder Nähmaschinenhersteller im Auftrag der DAP Industrial AG mit.

Von Bernhard Hertlein
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Oliver Schwabe

Die DAP hieß noch vor kurzem Shangdong (Europe) Holding und ist ein Tochterunternehmen der Schanghaier Shangdong-Gruppe. Die erwarb 2005 vom vorigen Eigentümer, der FAG Kugelfischer AG, die Mehrheit an Dürkopp Adler.

Unmittelbar nach Bekanntgabe des Angebots sackte der Aktienkurs um fast 15 Prozent von 44,80 auf 38,20 Euro. Auch damit liegt er noch um drei Euro über der vorgeschlagenen Barabfindung.

Verschmelzungsvertrag soll am 6. Februar vom Aufsichtsrat bestätigt werden

Der Verschmelzungsvertrag , der die Grundlage für das sogenannte Squeeze out , also das zwangsweise Herausdrängen der Minderheitsaktionäre, ist, soll am 6. Februar vom Aufsichtsrat bestätigt werden. Die außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Aktionäre ihre Votum abgeben müssen, ist für den 20. März geplant.

Die Anfänge von Dürkopp Adler gehen zurück auf die frühe Industrialisierung in Mitteleuropa. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Region um Bielefeld vom Siegeszug der mechanisierten Webstühle erfasst. Zunächst wurden diese aus den USA importiert. Doch 1860 gründeten die beiden Schlosser Carl Baer und Heinrich Koch die erste Bielefelder Nähmaschinenfabrik. Nur ein Jahr später konstruierte an gleicher Stelle Nikolaus Dürkopp seine erste Nähmaschine. 1890 zählte die Branche in Bielefeld 19 Unternehmen.

Die heutige Dürkopp Adler AG entstand 1990 aus dem Zusammenschluss der DürkoppWerke und der Kochs Adler AG, die damals beide schon geraume Zeit zur Gruppe FAG Kugelfischer gehörten.

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