Stadt schreibt das Übergangsgebäude an der Rosenhöhe aus Containerschule auf drei Etagen

Bielefeld (WB). Wenn die Jungen und Mädchen nach den Sommerferien das Gebäude der Gesamtschule Rosenhöhe gegen ein Provisorium tauschen, beziehen sie einen Komplex von enormer Größe. Die Stadt Bielefeld hat das Containerbauwerk jetzt ausgeschrieben und in diesem Zuge die Anforderungen an das Übergangsquartier formuliert.

Von Peter Bollig
Auf dieser Fläche an der Brackweder Straße, auf der jetzt weitere Bäume gefällt wurden, soll von Ende März an ein Gebäudekomplex aus Containern aufgestellt werden. 650 Schüler sollen dort von 100 Lehrern mindestens ein Jahr lang unterrichtet werden.
Auf dieser Fläche an der Brackweder Straße, auf der jetzt weitere Bäume gefällt wurden, soll von Ende März an ein Gebäudekomplex aus Containern aufgestellt werden. 650 Schüler sollen dort von 100 Lehrern mindestens ein Jahr lang unterrichtet werden. Foto: Poch

So wird das aus vielen einzelnen Containern bestehende Gebäude U-förmig angelegt, misst in der Länge etwa 112 Meter sowie 34 beziehungsweise 39,5 Meter an den beiden Seitentrakten. Bis zu zehn Meter hoch werden sich die Containerelemente in drei, teilweise in nur zwei Etagen stapeln. Das Gebäude soll enthalten, was eine Schule im Alltag benötigt: Klassen- und Fachräume, Büros, Küche und Sanitäranlagen. Der Komplex enthält ein Schülercafé und eine rollstuhlgerechte Aufzugsanlage über drei Geschosse. »Aber wir haben uns auf das Nötigste beschränkt«, betont Georg Müller, Leiter des Amtes für Schule.

Aufbau Ende März

Ende März soll der Aufbau beginnen, am 16. Juli, dem ersten Tag der Sommerferien, soll das Übergangsgebäude bezugsfertig sein, damit die Stadt die Ferienzeit nutzen kann, um von der Rosenhöhe umzuziehen. »Das Mobiliar nehmen wir mit, wir müssten es sonst sowieso einlagern«, sagt Georg Müller. Denn das jetzige Gesamtschulgebäude wird energetisch saniert, nach einem neuen pädagogischen Konzept in so genannten Clustern neu strukturiert und dafür zunächst komplett entkernt. Nur die Sporthalle und die Mensa werden Georg Müller zufolge auch während der Bauphase weiter von den Schülern genutzt werden können.

Entstehen wird das Provisorium auf dem städtischen Grundstück an der Brackweder Straße gegenüber der Stadtbahnhaltestelle Rosenhöhe. Dort sollten, wie berichtet, eigentlich direkt an der Straße zwei Gebäude mit Sozialwohnungen und auf dem hinteren Teil des Geländes der Ausweichstandort der Gesamtschule gebaut werden. Gegen die Sozialwohnungen haben Anwohner geklagt, die Stadt hat das Projekt gestoppt und will nun erst einen Bebauungsplan erarbeiten, um die Wohnhäuser rechtlich abzusichern.

Auf Nummer sicher

Für das Ausweichgebäude bedeutet das: Die Container können jetzt in der ersten Reihe an der Brackweder Straße stehen. Baulich sei das einfacher, weil das Gelände im hinteren Teil abschüssig ist, heißt es aus dem Immobilienservicebetrieb (ISB) der Stadt Bielefeld. Der Weg für die Schüler und Lehrer verkürzt sich außerdem.

Der Umbau der Gesamtschule und damit die Einrichtung des Übergangsgebäudes sollte eigentlich ein Jahr früher über die Bühne gehen. Durch eine längere Planungsphase wollte die Stadt allerdings die Übergangsphase verkürzen. Das scheint zu gelingen; beim ISB geht man davon aus, dass der Gesamtschul-Umbau samt Übergangslösung mit dem Ende der Sommerferien 2019 abgeschlossen ist. Gleichwohl will der ISB auf Nummer sicher gehen und plant eine längere Bauzeit mit ein: Die Ausschreibung sieht vor, dass die Container »voraussichtlich 2020« zurückgebaut werden.

Über die Kosten für die Container will der ISB angesichts der anstehenden Ausschreibung keine Prognose machen. In den politischen Gremien waren etwa 2,3 Millionen Euro als erwartete Kosten angegeben worden. Georg Müller gibt indes zu bedenken, dass derzeit landesweit viele Fördergelder flössen und etliche Projekte umgesetzt würden. Er befürchtet, dass die Preise für Container entsprechend steigend.

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