20 Prozent Rückgang – Zunahme nur im Kreis Lippe Deutlich weniger Einbrüche in Ostwestfalen-Lippe

Bielefeld (WB). 2017 sind in Ostwestfalen-Lippe 3041 Wohnungen aufgebrochen worden – 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Von Christian Althoff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Ausnahme der positiven Entwicklung ist der Kreis Lippe , wo es mehr Taten gab – laut Polizei vor allem in Oerlinghausen. Ermittler sehen einen möglichen Zusammenhang mit der dortigen Flüchtlingsunterkunft.

Die von den sieben Polizeibehörden Ostwestfalen-Lippes veröffentlichten Zahlen für 2017 sind vorläufig. Leichte Abweichungen sind noch möglich – etwa, wenn sich ein zerstörtes Fenster später nur als Sachbeschädigung herausstellt. Aber der Trend ist deutlich. An der Spitze der guten Entwicklung steht der Kreis Herford mit einem Minus von etwa 40 Prozent. Die einzelnen Behörden:

Bielefeld

619 Wohnungseinbrüche (2016: 745). Rückgang 20 Prozent, 366 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Gütersloh

494 Wohnungseinbrüche (2016: 654). Rückgang 32 Prozent, 299 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Herford

396 Wohnungseinbrüche (2016: 562). Rückgang 42 Prozent, 330 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Höxter

164 Wohnungseinbrüche (2016: 185). Rückgang zwölf Prozent, 237 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Lippe

464 Wohnungseinbrüche (2016: 7654). Zunahme zwei Prozent, 278 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Minden-Lübbecke

510 Wohnungseinbrüche (2016: 581). Rückgang 14 Prozent, 354 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Kreis Paderborn

391 Wohnungseinbrüche (2016: 492). Rückgang 26 Prozent. 289 Einbrüche pro 100 000 Haushalte.

Mehr Autos kontrolliert

Steven Haydon, Sprecher der Polizei im Kreis Herford, sagte, ein Grund für den Rückgang sei, dass sich die Herforder Behörde 2017 ausschließlich auf Wohnungseinbrüche konzentriert habe. »Alle haben an einem Strang gezogen. Es waren mehr Streifen in der Dämmerung unterwegs, die Kripo hat mehr Zivilkräfte losgeschickt, der Verkehrsdienst hat mehr Autos kontrolliert, und die Bereitschaftspolizei hat uns unterstützt.«

Der Einsatz lohnte sich – auch anderenorts: Eine Ende 2017 aufgestellte Ermittlungskommission der Kripo Paderborn fasste vor wenigen Tagen zwei Albaner, denen 39 Wohnungseinbrüche vorgeworfen werden. Behördensprecher Günther Hansjürgens: »Es waren nicht die typischen reisenden Täter. Die Verdächtigen hatten sich in Paderborn eine Wohnung genommen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.