Sparkasse Bielefeld: Fast jeder Zweite erledigt Bankgeschäfte online Internet ist die größte Filiale

Bielefeld (WB). Immer mehr Kunden der Sparkasse Bielefeld erledigen einen Teil ihrer Geldgeschäfte am Mobiltelefon. Die Zahl derer, die die App der Sparkasse auf ihre Handy heruntergeladen haben, stieg binnen Jahresfrist von knapp 27.000 auf fast 31.000.

Von Bernhard Hertlein
Der Vorstand der Sparkasse Bielefeld amtiert seit Anfang 2018 in neuer Zusammensetzung (von links): Jennifer Erdmann, Michael Fröhlich und Hagen Reuning
Der Vorstand der Sparkasse Bielefeld amtiert seit Anfang 2018 in neuer Zusammensetzung (von links): Jennifer Erdmann, Michael Fröhlich und Hagen Reuning Foto: Mike-Dennis Müller

Besonders junge Leute nutzten »Kwitt«, um kleine Beträge ohne lange Iban-Nummer in Echtzeit zu überweisen. Es genügt die Han­dy­nummer des Empfängers. Das übergreifende Onlinebanking ist nach Angaben von Michael Fröhlich, dem neuen Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bielefeld, auf dem Weg, Standard zu werden.

Von 199.000 Privatkonto-Inhabern – damit ist die Sparkasse in Bielefeld mit großem Abstand Marktführer – nutzen 91.000 das Internet für ihre Bankgeschäfte. Bei den gewerblichen Kunden sind es 75 Prozent. Mit 7,6 Millionen Besuchen sei das Internet inzwischen die größte »Filiale«, sagt Fröhlich. 2,8 Millionen entfallen davon auf mobile Endgeräte.

Bargeld ist weiter gefragt

Trotz Online- und Mobilbanking ist Bargeld weiter gefragt. Die Nutzung der Geldautomaten steigt. Entsprechend erhöhte die Sparkasse ihren Bestand in nur drei Jahren um 25 Prozent auf 124. Die Durchschnittssumme bei Abhebungen beträgt 157 Euro.

2017 ging die Zahl der mit Personen besetzten Beratungszen­tren von 37 auf 35 zurück. Hinzu kommen zwölf Selbstbedienungsfilialen. »Wir werden in Bielefeld immer ein flächendeckendes Netz behalten«, versicherte Fröhlich. Die Mitarbeiterzahl ging von 1292 auf 1253 zurück. 15 sind in der Telefon-, acht in der neuen Videoberatung beschäftigt.

Was das Jahr 2018 betrifft, so stimmen nicht nur die Entwicklung der Welt- und die Stimmung in der deutschen Wirtschaft den Sparkassen-Vorstand positiv. Bei einer Umfrage, an der sich 500 Bielefelder beteiligten, gaben 30,3 Prozent an, sie planten eine große Anschaffung, fast jeder zehnte einen Autokauf. Die Umfrage ergab auch, dass sich 95 Prozent der Bielefelder in ihrer Stadt wohlfühlen, 56 Prozent sogar sehr wohl. 85 Prozent glauben, 2018 werde besser oder zumindest gleich gut.

Jahresüberschuss stabil

Trotz Niedrigzins hat die Sparkasse Bielefeld die Einlagen der Kunden 2017 von 4,86 auf 5,05 Milliarden Euro gesteigert. Der Wertpapierhandel legte zu. Nach wie vor wird nur von einigen großen institutionellen und Firmenkunden mit Einlagen von mehreren Millionen ein »Verwahrentgelt« von 0,4 Prozent erhoben. Das Kreditvolumen stieg um 2,1 Prozent auf 4,09 Milliarden Euro. Bei Firmenkunden betrug der Zuwachs 4,9 Prozent. Mit einer durchschnittlichen Bilanzsumme von 6,25 Milliarden Euro ist die Sparkasse Bielefeld die zweitgrößte in OWL. Als Folge der Zinspolitik der EZB ging der Zinsüberschuss von 125,0 auf 118,1 Millionen Euro zurück. Die Einnahmen aus Provisionen und anderen Geschäften erhöhten sich von 38,1 auf 41,2 Millionen. Der Jahresüberschuss blieb mit 5,4 Millionen Euro stabil. Drei Millionen gehen in die Rücklage, 2,4 Millionen an die Stadt Bielefeld.

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