Reduzierung des Bestandes bei der Jagd um 21 Tiere als Vorbeugung gegen leicht übertragbaren Virus Tausalz lockt viele Wildschweine an

Bielefeld (WB/bp). Michael Gugat (Piraten) treibt immer noch die Wildschweinjagd am 9. Januar im Bereich der A 2 um. Er wollte wissen, wie viele Tiere verletzt, aber nicht getötet worden seien und wie die Jagdgesellschaft damit umgegangen sei.

Wildschweine lieben an der A 2 das Salz der Taumittelsprühanlage am Bielefelder Berg.
Wildschweine lieben an der A 2 das Salz der Taumittelsprühanlage am Bielefelder Berg. Foto: dpa

Dr. Hans-Helmut Jostmeyer (Veterinäramt) erklärte gestern im Sozial- und Gesundheitsausschuss, dass die Jagd von den Landes- und Bundesbehörden als Vorbeugemaßnahme gegen die Afrikanische Schweinepest für erforderlich gehalten werde – nämlich als »deutliche Reduzierung des Wildschweinbestandes«. Bei der »revierübergreifenden Drückjagd« seien 21 Wildschweine erlegt worden. Alle Tiere seien unmittelbar nach dem Schuss verendet. Jostmeyer: »Es wurden nur sichere Schüsse abgegeben.« An der Jagd hätten nur Schützen teilgenommen, die nachweisen konnten, die jährliche Schießprüfung abgelegt zu haben. Damit werde, so Jostmeyer, »das Risiko von Fehlschüssen gemindert.«

Virus für Menschen ungefährlich

Dass sich im Bereich der A 2 vergleichsweise viele Wildschweine aufhalten, erklärt Jostmeyer nicht nur mit Essensresten auf Rastanlagen, sondern vor allem mit der Taumittelsprühanlage am Bielefelder Berg: »Wildschweine lieben Salz.« Auch deshalb gebe es in Bielefeld sehr viele Wildschweine, die sich zudem stark vermehren würden.

Dezernentin Anja Ritschel kann den Wunsch der Politiker nachvollziehen, über die Wildschweinjagd informiert zu werden: »So etwas gehört schließlich nicht zum normalen Geschäft.«

Die Afrikanische Schweinepest hat sich seit 2007 in Osteuropa ausgebreitet. 2017 habe es neue Fälle in Tschechien und Polen gegeben. Das Virus sei widerstandsfähig, könne in Lebensmitteln lange überleben und sei leicht übertragbar. Es stelle eine große Bedrohung für Haus- und Wildschweine dar, sei für den Menschen aber ungefährlich.

Kommentare

was soll das?

Jetzt wird die ganze Sache doch echt haarsträubend. Ist es im Jahre 2018 den Menschen immer noch nicht möglich Ursache und Symptom zu unterscheiden?

Warum Tiere töten wenn immer wieder Salz und Nahrung an der A2 liegt?
Warum nicht den Müll regelmässig wegräumen und an den Bereichen der Taumittelanlage Zäune aufstellen damit die Tiere nicht an die Autobahn kommen?

Nein! "ugga bugga! schnell an einem aktonistischen Tag ein paar Tiere töten". Das ist ja wie bei den Neandertalern. Erst töten, dann denken...

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