Anteil des Radverkehrs steigt um drei Prozent – statistisch 3,4 Wege pro Tag und Einwohner Die Mehrheit fährt Auto

Bielefeld (WB/bp). Bei einer Haushaltsbefragung zur Mobilität in Bielefeld votierte eine Mehrheit von 55 Prozent dafür, dass es in der Innenstadt weniger Autoverkehr geben sollte, Einwohner der Bezirke Mitte und Schildesche stimmten dem sogar zu 62 beziehungsweise 58 Prozent zu.

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Symbolbild. Foto: dpa

Im Auftrag des Amtes für Verkehr führte das Büro Stadtverkehr (Hilden) 2017 die Befragung durch. 1859 Haushalte mit 3736 Personen wurden befragt (Rücklaufquote 11,6 Prozent). Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Zu den Ergebnissen gehört, dass 51 Prozent der Wege mit dem Auto zurück gelegt werden, 49 Prozent zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bahn und Bus. Der Anteil des Radverkehrs habe sich im Vergleich zu dem im Jahr 2010 um drei Prozent auf 18 Prozent erhöht – angestrebt wird in Bielefeld ein Anteil von 25 Prozent, der im Jahr 2025 erreicht sein soll.

in Mitte liege der Anteil nicht-motorisierter Verkehrsteilnehmer bei 49 Prozent und damit doppelt so hoch wie in Stieghorst, Jöllenbeck, Senne und Sennestadt mit bis zu 64 Prozent, die ihre Wege im Auto zurück legen.

Täglich 3,4 Wege

Rein statistisch betrachtet legt jeder Bielefelder über sechs Jahren täglich 3,4 Wege zurück. Im Vergleich zu 2010 ist die durchschnittliche Wegelänge von sechs auf zehn Kilometer gestiegen. Autofahrer legen durchschnittlich 13,7 Kilometer pro Tag zurück, Nutzer des öffentlichen Personenverkehrs 14,1 Kilometer, Radfahrer 4,5 Kilometer. Die Befragung habe gezeigt, dass 40 Prozent der Autofahrten kürzer als fünf Kilometer sind.

Knapp 80 Prozent der Haushalte verfügen über mindestens einen Pkw, 30 Prozent über mehr als ein Auto. In 76 Prozent aller befragten Haushalte steht mindestens ein Fahrrad, zehn Prozent besitzen ein Elektrofahrrad oder Pedelec.

26 Prozent aller Bielefelder haben ein Abo-Ticket für Bus und Bahn. Bei Schülern und Studenten (15 bis 24 Jahre) liegt diese Quote bei bis zu 69 Prozent. Rund 20 Prozent der befragten ab 18 besitzen sowohl ÖPNV-Zeitkarte wie Führerschein. Auf dem Weg von und zur Arbeit werde das Auto am häufigsten genutzt. Der Anteil liegt bei bis zu 80 Prozent. 66 Prozent der Bring- und Holdienste würden mit dem Auto geleistet.

Befragte wünschen sich bessere Trennung des Auto- und Radverkehrs

87 Prozent der Wege der Bielefelder finden im Stadtgebiet statt. Bei den Wegen außerhalb der Stadtgrenzen ist Gütersloh mit 14,8 Prozent das häufigste Ziel, gefolgt von Herford (8,7 Prozent) und Halle (4,7 Prozent).

Die Befragten sollten zudem Schulnoten für die unterschiedlichen Verkehrsarten geben. Dabei schnitt der Radverkehr mit einer Durchschnittsnote von 3,22 am schlechtesten ab. Der Autoverkehr wurde mit einer 3,06 benotet, Bus und Bahn mit der Note 2,47 und Spitzenreiter ist der Fußverkehr, der die Note 2,15 bekam.

Die meisten der Befragten wünschen sich eine bessere Trennung des Auto- und Radverkehrs, also den Ausbau des Radwegenetzes. Als kritikwürdig empfunden wird der Zustand der Straßen. Autofahrer wünschen sich die »Grüne Welle« auf Hauptstraßen.

Als negativ genannt wurden hohe Fahrpreise in Bussen und Stadtbahnen, erwünscht sei der Ausbau des Stadtbahnnetzes.

Vorgestellt werden die Ergebnisse im Stadtentwicklungsausschuss am 31. Januar. Dann sind sie auch online einzusehen.

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