Innenausbau der Villa Weber soll bereits im März abgeschlossen sein Raum für die Klassische Moderne

Bielefeld (WB). Zu Zeiten, als die ehemalige Villa Weber von der Handwerkskammer genutzt wurde, waren die Räume abgesehen vom Konferenzsaal in kleine Büros unterteilt. Seit August läuft der Umbau der Villa zum »Kunstforum Hermann Stenner« . Das künftige Museum präsentiert sich schon jetzt mit großzügigen Zimmerfluchten auf 530 Quadratmetern.

Von Burgit Hörttrich
Die Arbeiten in der Villa, dem künftigen Museum, laufen. Muharem Konxhele glätten den Fußboden.
Die Arbeiten in der Villa, dem künftigen Museum, laufen. Muharem Konxhele glätten den Fußboden. Foto: Bernhard Pierel

Der Umbau der Villa, Baujahr 1830, ist voraussichtlich bereits Ende März abgeschlossen, sagt Siegfried Wendker, Projektleiter bei Goldbeck. Als Museum genutzt werden können die Räume aber erst, wenn auch der Neubau, der daran anschließt – das Ortwin Goldbeck-Forum – Ende 2018 eingeweiht wird. »Die Fluchtwege liegen im künftigen Anbau«, erklärt Wendker.

Die Baugrube ist ausgehoben, Unterfangungsarbeiten, die die Villa stabilisieren sollen, laufen, ebenso wie Entwässerung und Gründung. Zunächst werde die Tiefgarage gebaut, deren Decke »um Ostern herum« fertig gestellt sein soll. Darauf entstehe zum einen die Terrasse mit dem Eingangsbereich und der Neubau mit vier Etagen (1600 Quadratmeter Bruttogeschossfläche).

Gebäude werden barrierefrei

Beide Gebäude werden barrierefrei. In die Villa wird ein Aufzug eingebaut, der vom Keller (Lagerräume, Sanitärbereich, Garderoben) über die beiden Ausstellungsetagen bis ins Dachgeschoss führt. Der Dachboden der Villa steht in Zukunft für museumspädagogische Aufgaben zur Verfügung, Das Dach über dem Anbau von 1930 sei angehoben worden, um dort Platz für Büros zu schaffen.

Siegfried Wendker sagt, dass sowohl die Villa wie der Anbau, der 100 Jahre später entstanden ist, nachdem die Handwerkskammer das Gebäude erworben hatte, immer wieder umgebaut worden seien. Eine Brandbombe habe im Zweiten Weltkrieg zudem die historischen Holzdecken zerstört. Im Rahmen des Umbaus würden wieder Holzböden in den Museumsräumen und auf der Treppe verlegt. Vergrößert worden seien auch die Türen, die vom zentralen Raum in der ersten Etage ausgehen. Im Erdgeschoss sind neben einem großen Ausstellungsraum ein Empfangsbereich mit Kasse und mehrere nebeneinander liegende Kabinette für Ausstellungen geplant.

Stenner fiel im Ersten Weltkrieg

Für das Museum steht als Dauerleihgabe die Sammlung von Prof. Dr. Hermann-Josef Bunte mit etwa 950 Werken der Klassischen Moderne, darunter viele Werke des Bielefelders Hermann Stenner, zur Verfügung. Stenner fiel im Alter von 23 Jahren im Ersten Weltkrieg.

Kuratorin des künftigen Museums, in dem Wechselausstellungen geplant sind, ist Kunsthistorikerin Anna Maria Katz. Eigentümer der Immobilie ist die Goldbeck Stiftung. Der Museumsbetrieb soll sich durch die Vermietung der Büroräume im Neubau finanzieren. Ortwin Goldbeck, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung, würde auch gern den angrenzenden Grünstreifen neu gestalten.

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