Neue Fahrzeuge minimieren Gefahren – Analyse aller Straßen liegt vor Der Müll kommt mit Sicherheit weg

Bielefeld (WB). Der Umweltbetrieb setzt auf mehr Sicherheit beim Leeren der Abfalltonnen und bei der Sperrmüllabfuhr. Um Unfälle vor allem mit Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden, hat der Betrieb neue Müllfahrzeuge geordert – die ersten sind bereits ausgeliefert – in denen der Fahrer tiefer, nämlich auf Pkw-Höhe, sitzt und deshalb ein besseres Sichtfeld weitgehend ohne »toten Winkel« hat.

Von Burgit Hörttrich
Fahrer Antonios Tsatmalis hat aus dem tiefer gelegten Führerhaus einen Rundumblick, auch auf Kollegen Fritz Büscher.
Fahrer Antonios Tsatmalis hat aus dem tiefer gelegten Führerhaus einen Rundumblick, auch auf Kollegen Fritz Büscher. Foto: Bernhard Pierel

Stefan Jücker, technischer Leiter des Umweltbetriebes, sagt, dass es beim häufigen Anhalten und dann wieder Anfahren der Müllfahrzeuge zu Situationen kommen könne, dass ein Fußgänger, der zum Beispiel die Straße überqueren will, unmittelbar vor dem Führerhaus stehen würde – und dabei im ungünstigsten Fall vom Fahrer nicht bemerkt werden würde. Jücker: »Bislang gab es in Bielefeld noch keinen Unfall mit Personenschaden, das Problem ist aber bundesweit Thema.«

Deshalb sei eben auch das neue Müllfahrzeug entwickelt worden. das dem Fahrer ein besseres Sichtfeld biete und dazu auf der Beifahrerseite Klapptüren, die nicht in den Rad- oder Gehweg ragen. Jücker: »Ebenfalls, um Unfälle zu vermeiden.«

Dauerthema

Ein Dauerthema sei eine potenzielle Gefährdung beim Rückwärtsfahren der Wagen etwa in Sackgassen oder Stichstraßen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat eine sogenannte Branchenregel erlassen, nach der die Strecke im Rückwärtsgang nicht länger als 150 Meter sein sollte und ein Einweiser vor Ort ist. Die Branchenregel ist eine Empfehlung, keine Vorschrift, mache aber deutlich, dass Rückwärtsfahren Dritte gefährden könne – trotz akustischer Rückfahrwarner (LKW-Pieper). So spreche die Unfallkasse NRW davon, dass im Bereich Westfalen-Lippe allein 30 Beschäftigte bei der Abfallsammlung angefahren worden seien (2008/09).

Stefan Jücker betont, dass der Umweltbetrieb bereits vor Jahren eine sogenannte Gefährdungsanalyse für sämtliche Straßen in Bielefeld vorgenommen habe, die bei der Tourenplanung Berücksichtigung finde. So werde bei Sperrmüll-Touren mitunter ein kleinerer, 7,5-Tonner eingesetzt, wenn ein großes Fahrzeug in engen Straßen zum Beispiel nicht wenden könne.

Keine Seitenlader mehr

Anders als in anderen Kommunen seien in Bielefeld seit einigen Jahren auch keine Seitenlader mehr im Einsatz, mit denen nur der Fahrer unterwegs gewesen sei. Jücker: »Heute besteht die Besatzung eines Müllfahrzeuges aus zwei, auf einigen Touren sogar drei Mitarbeitern.« Der Fahrer könne also im Bedarfsfall beim Rückwärtsfahren eingewiesen werden, um die Gefährdung vor Ort zu minimieren.

Es werde aber nicht jedes Haus angefahren. Jücker: »Einwohner müssen ihre Tonnen in Wohngebieten, die zum Beispiel durch Gehwege erschlossen werden, an die nächste Straße oder zum Wendeplatz bringen.«

Kommentare

Keine Seitenlader mehr ?

Die Aussage „ es sind seit Jahren keine Seitenlader mehr in Bielefeld im Einsatz “ stimmt definitiv nicht.
Zumindest im Ortsteil Brake sind diese immer mal wieder im Einsatz zu beobachten.
Zuletzt am Mittwoch, d. 10. Januar für die Restmüllabfuhr und auch nur mit einer Person, dem Fahrer, besetzt.
Der Wagen blockierte während der Tätigkeit die Fahrspur und löste in beiden Fahrtrichtungen einen langen PKW- Rückstau aus.
Beim Beladen mit dem Hubarm fiel sogar ein Müllsack aus der normal befühlten Mülltonne auf den Gehweg.
Der Fahrer schaute dabei mehrfach in den Außenspiegel, ignorierte aber diesen Vorfall und fuhr unbehelligt weiter. Bezüglich der Aussage des Herrn Jücker sollte das WB noch einmal recherchieren.

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