Schriftstellerin und Moderatorin liest im Bielefelder Bunker Ulmenwall »Neuer Stern am deutschen Popliteraturhimmel«

Bielefeld (WB/pan). »Monopol macht hohl« lautete der beste und leider auch einzige Slogan der Protestpartei gegen den Bau eines Supermarktes in Grassau. Dass die Partei nur zwei Mitglieder hatte und außer in ihrer eigenen Familie keinen großen Anklang in der oberbayrischen Gemeinde fand, ist für Ronja von Rönne nebensächlich. Denn ebenso wie ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen hat die Schriftstellerin, Bloggerin und Moderatorin auch dieses Erlebnis humorvoll-poetisch aufgearbeitet.

Schriftstellerin und Moderatorin Ronja von Rönne ist als Kolumnistin erfolgreich.
Schriftstellerin und Moderatorin Ronja von Rönne ist als Kolumnistin erfolgreich.

Im mit 130 Besuchern ausverkauften Bunker Ulmenwall las Ronja von Rönne am Samstag – präsentiert vom Kulturkombinat Kamp – aus ihrem Buch »Heute ist leider schlecht. Beschwerden ans Leben«. Die 26-Jährige behandelt in ihren darin gesammelten Kolumnen, die sie für die »Welt am Sonntag« und ihren Blog »sudelheft.de« schreibt, selbstironisch und pointiert ihr eigenes Leben und scheut auch vor der Schilderung von Momenten des Scheiterns nicht zurück.

»Vor kurzem wurde ich zu einer Lesung an meiner ehemaligen Schule eingeladen, ein Höhepunkt in meiner Autorenkarriere, der zu einer Geschichte der Demütigung wurde«, erzählt die gerne als »neuer Stern am deutschen Popliteraturhimmel« gefeierte Schriftstellerin.

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Ich sollte auf eine Waldorfschule, ich hab nur geheult.

Ronja von Rönne

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Drei Tage vor der Lesung wurde diese wieder abgesagt – per WhatsApp. »Das ist nicht richtig Literatur« hatte ihre frühere Deutschlehrerin befunden und damit den unterschwelligen Hass auf die Schule in Ronja von Rönne neu entfacht. »Ich sollte auf eine Waldorfschule, ich hab nur geheult. Ich wollte keine Aquarelle malen, ich wollte Noten« sagt die Berlinerin.

Sie selbst denkt gerne auch mal um die Ecke und formuliert ihre Gedanken als spruchreife Aphorismen mit geschliffener Rhetorik. »Freunde, das sind Leute, denen man Ehrlichkeit verzeiht«, sagt die 1992 Geborene und kramt alte Erinnerungen aus, an eine Zeit in der sie mit ihren besten Freundinnen »die Croissants vom Pausenverkauf und die Missachtung der meisten Mitschüler« teilte.

TV-Moderatorin bei Arte

Missachtung muss die Autorin inzwischen nicht mehr fürchten, schließlich moderiert sie seit Oktober 2017 abwechselnd mit Jonas Bosslet das Schwarz-Weiß-Format »Streetphilosophy« des deutsch-französischen Kultursenders Arte. Ihre alten Freundinnen hat sie dennoch behalten, denn »Freunde, das sind Leute, die Fotos von dir auf dem Handy haben, für die man sonst den Job verlieren würde«.

Und diese Fotos teilt Ronja von Rönne ebenso wie zahlreiche Gedanken in einer privaten Chatgruppe mit dem Titel »Meine beste Freundin heißt Käse«. Allerdings »stehen da Sachen drin, die kann ich hier nicht erzählen«, berichtet die Schriftstellerin.

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