Spezialist für Räder und Rollen erweitert in Oldentrup Torwegge und »Torsten« brauchen mehr Platz

Bielefeld (WB). Bei Torwegge versteht man sich als ganzheitlicher Problemlöser. Entsprechend wird auch der Hauptsitz in Oldentrup erweitert: Neben einem neuen Schauraum entstehen zusätzliche Kapazitäten für Lager, Produktion und Büroflächen sowie ein Schulungszentrum.

Von Michael Diekmann
Planen auf Zuwachs: Uwe Eschment (links) und Uwe Schildheuer vor dem Rohbau.
Planen auf Zuwachs: Uwe Eschment (links) und Uwe Schildheuer vor dem Rohbau. Foto: Mike-Dennis Müller

»Wachstum braucht Platz«, sagt Uwe Eschment (60). Die Erweiterung der Immobilie an der Bechterdisser Straße/Ecke Ostring sieht der Geschäftsführer als logische Folge der rasanten Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre. Schon von der Straße aus erkennbar sein wird der 300 Quadratmeter große Schauraum, die Torwegge-Erlebniswelt.

Deren Außenfront nimmt die Gebäudeansicht mit dem gläsernen Turm wieder auf und hat Platz, verschiedene Intralogistiklösungen aufzubauen. »Wir können dort erklärungsbedürftige Produkte erlebbar machen«, unterstreicht Eschments Geschäftsführer-Kollege Uwe Schildheuer.

Handelshaus mit Hochtechnologiesparte

Als lokal verwurzeltes Unternehmen sei es wichtig, auch optisch präsent zu sein. Die Torwegge GmbH & Co. KG, 1956 von Heinrich Torwegge als reines Handelshaus gegründet, hat sich mit heute mehr als 130 Mitarbeitern zum Allrounder gemausert. Torwegge handelt mit Rollen und Rädern, entwickelt selbst, fertigt selbst und gilt als Handelshaus mit Hochtechnologiesparte, das sich auch mit Softwarethemen beschäftigt – in enger Zusammenarbeit mit Hochschulen.

Seit Bezug des Standortes im Jahr 2000 wuchs Torwegge stetig. In der Erlebniswelt können Kunden künftig quasi auf Teststrecke gehen , Ergonomie und Handhabungstechnik erlangen dabei große Bedeutung als Kernthemen. Torwegge investiert in eine neue 1100 Quadratmeter große Halle, die Raum für die Fertigung und Lagerung von Schienen und Tragrollen bietet. Dieses Gebäude war im Jahr 2008 schon einmal erweitert worden. Hier wird Fördertechnik hergestellt.

Viele Auszeichnungen für »Torsten«

Neben den 5000 Quadratmetern Fertigung und Lager am Stammsitz ist Torwegge Mieter an der Potsdamer Straße (ehemals Schüco-Solar). Hier ist die Heimat des Torwegge-Erfolgsmodells »Torsten«. Das autonome Transportsystem für bis zu sieben Tonnen schwere Güter ist die logische Ergänzung von Indu­strie 4.0 und Smart-Factory und kann selbstständig navigieren und Aufträge abarbeiten. Im vergangenen Jahr hatte Torwegge für Torsten zwei Deutsche Industriepreise erhalten. Obendrein wurde das Bielefelder Produkt als weltweit bestes selbstfahrendes Transportsystem ausgezeichnet und erhielt den Deutschen Design-Award.

Erste Torsten-Exemplare sind derzeit in der Felderprobung in der Produktion bei deutschen Autobauern. Eschment: »Es geht jetzt um den Alltag, um seine gezielte Kommunikation mit Fertigungsmaschinen.« Mehr Platz ist für Torwegge auch wichtig für mehr Personal. Immerhin werden in Bielefeld auch in Sachen Software die Weichen für Torsten gestellt.

Wer im engen Dialog mit Hochschulen Personal gewinnen möchte, so Schildheuer, müsse auch räumliche Angebote für engagierte, leistungsfähige Mitarbeiter machen. Schildheuer: »Wir planen, unser Team kontinuierlich aufzustocken.«

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