Gütersloh: Die ersten Hausbrunnen wird es in fünf Jahren treffen Nickel schleicht auf Friedrichsdorf zu

Gütersloh/Bielefeld (WB). Das Grundwasser aus Bielefeld-Windflöte schleicht mit einer Geschwindigkeit von 150 Meter pro Jahr langsam, aber stetig auf Friedrichsdorf zu. Nach Berechnungen des hydrologischen Büros BGU wird das darin enthaltene Nickel die ersten Trinkwasserbrunnen an der Buschkampstraße in fünf Jahren erreichen. Nickel ist ein giftiges Schwermetall.

Von Stephan Rechlin
In 40 bis 60 Jahren wird auch diese Idylle in Friedrichsdorf von nickelhaltigem Grundwasser belastet sein.
In 40 bis 60 Jahren wird auch diese Idylle in Friedrichsdorf von nickelhaltigem Grundwasser belastet sein. Foto: Carsten Borgmeier

Das Schwermetall schlummerte jahrhundertelang in den Geschiebelehmschichten und -linsen der eiszeitlichen Grundmoräne. Es wurde durch chemische Stoffe in den Abwässern der Bielefelder Textilindustrie in den 60 Jahren zwischen 1930 und 1990 geweckt und mit dem Grundwasser auf die Reise Richtung Westen und Südwesten geschickt. Nickel breitet sich nicht so »schnell« wie Grundwasser aus, doch in 40 bis 60 Jahren wird es den Friedrichsdorfer Ortskern bis zu den ehemaligen Ziegeleigruben erreicht haben.

Öffentliches Netz als Alternative

In Bielefeld haben sich dem Gütersloher Wasserkonzept zufolge die Hälfte der betroffenen Hausbrunnenbesitzer an die öffentliche Wasserversorgung anschließen lassen. Diesen Schritt empfiehlt die Stadt auch den gut 125 Brunnenbesitzern, die östlich der Brackweder und Paderborner Straße betroffen sein werden. Anschluss und Installation an das in Friedrichsdorf gut ausgebaute, öffentliche Netz würden im Regelfall zwischen 2000 und 3000 Euro kosten. Dieser Betrag sei günstiger als die Investition in eine hauseigene Wasseraufbereitung, die zudem regelmäßig zu warten und deren Nickelwerte regelmäßig zu überwachen seien.

Randzonen noch nicht erschlossen

Allerdings räumt die Stadt ein, dass wohl nicht alle Brunnenbesitzer so einfach und günstig ans öffentliche Netz gelangen würden. Manche Haushalte in Randzonen Friedrichsdorfs seien noch nicht erschlossen. Besonders lange Leitungen und geringe Abnahmemengen seien an diesen Stellen nicht nur unhygienisch, sondern auch teuer. Die Kosten hingen auch von Zahl der Anschlüsse ab. Je mehr Grundstücke an neue Leitungen angeschlossen würden, desto geringer sei der Einzelpreis. Ein Zusammenschluss von Nachbarn sei deshalb zu empfehlen.

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