IG Metall will den Druck auf Arbeitgeber erhöhen Warnstreiks weiten sich auch in OWL aus

Bielefeld (dpa/WB). Die Fronten im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie sind verhärtet. Am Montag gab es landesweit Warnstreiks – mit Schwerpunkt in OWL. Bundesweit legten 15.000 Beschäftigte die Arbeit nieder, darunter auch in den Kreisen Höxter, Paderborn und Gütersloh . Am Dienstag will die IG Metall die Warnstreiks ausdehnen.

Vor den Toren der Firma Kirchhoff Automotive in Iserlohn treffen sich die Nachtschicht-Beschäftigten zu einer Auftakt-Warnstreikversammlung. Allein in Nordrhein-Westfalen arbeiten etwa 700.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie.
Vor den Toren der Firma Kirchhoff Automotive in Iserlohn treffen sich die Nachtschicht-Beschäftigten zu einer Auftakt-Warnstreikversammlung. Allein in Nordrhein-Westfalen arbeiten etwa 700.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. Foto: dpa

Geplant seien mehr als 140 Aktionen in ganz Nordrhein-Westfalen, kündigte ein Sprecher in Düsseldorf an. Insgesamt will die Gewerkschaft mehrere zehntausend Beschäftigte dazu aufrufen, die Arbeit niederzulegen. Die Warnstreiks sollen auch im Laufe der Woche weiter fortgesetzt werden. NRW zählt damit neben Bayern heute zu den bundesweiten Schwerpunkten. Zuletzt hatten die Metaller in Deutschland 2016 Warnstreiks organisiert.

Warnstreiks in der Region:

In ganz NRW sind die Beschäftigten aus 143 Betrieben zum Warnstreik aufgerufen. Darunter sind folgende Unternehmen aus Ostwestfalen-Lippe betroffen:

Bielefeld: Eisengießerei Baumgarte (10-11 Uhr), Euscher (13.30-14.30), Mannesmann Prec. Tubes (9-10) und Firma Schäffler

Rietberg: Rietbergwerke GmH & Co. KG (13-14 Uhr).

Herford: Xylem, Inometa, Jürgen Bode und SL Packaging (Kundgebung 9.15)

Warburg: Benteler Automobiltechnik GmbH, Kundgebung von 9.30 bis 10.30 Uhr. Lichtenau: 13. - 14 Uhr, Kundgebungen vor Benteler Automobiltechnik GmbH

Paderborn: Benteler Automobiltechnik.

Erste große Warnstreikwelle seit Montag

Bereits am Montag hatte die IG Metall NRW die erste große Warnstreikwelle in dem laufenden Tarifkonflikt gestartet. Unmittelbar nach Mitternacht hatten rund 100 Mitarbeiter im Iserlohner Werk des Verhandlungsführers der NRW-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft bezifferte die bis zum gestrigen Abend erwartete Zahl der Teilnehmer auf rund 1350 Streikende.

Bundesweit waren auch mehrere andere IG Metallbezirke unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg betroffen. Erste vereinzelte Warnstreikaktionen hatte es außerhalb von NRW bereits in der vergangenen Woche gegeben.

Forderung: sechs Prozent mehr Geld für alle

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden absenken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Stunden

Besonders die letzte Forderung wird von den Arbeitgebern scharf abgelehnt und als illegal bezeichnet, weil daraus Ungleichbehandlungen gegenüber Mitarbeitern entstünden, die jetzt schon ohne Ausgleich in Teilzeit arbeiten. Sie haben bislang Lohnzuwächse von zwei Prozent plus eine Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt. Die nächsten Verhandlungen finden am kommenden Donnerstag im Tarifbezirk Baden-Württemberg statt.

In Nordrhein-Westfalen wollen sich die Verhandlungspartner am 18. Januar zur dritten Runde der jeweils regional in den einzelnen Bezirken geführten Gespräche treffen. Der NRW-Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler, hatte zuvor bereits mit einer weiteren Verschärfung der Auseinandersetzung gedroht, sollte es bei dem Treffen keine Bewegung geben. Die Gewerkschaft könne nochmals kurzfristig nachlegen und über 24-Stunden-Warnstreiks entscheiden. Die Metallarbeitgeber in NRW kritisierten die Warnstreiks als »unnötige Verschärfung« der Tarifrunde.

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