19. Auktion bringt 1845 Euro für den guten Zweck ein Kurioses unterm Hammer

Bielefeld (WB). Wenn es kurz nach Weihnachten wieder heißt, »Zum ersten, zum zweiten, zum dritten«, dann läuft die beliebte, von Christian Presch initiierte und organisierte Weihnachtsgeschenk-Recycling-Versteigerung. Dreieinhalb Stunden, so lange wie noch nie, dauerte der diesjährige Auktionsmarathon. Er brachte 1845 Euro für den guten Zweck ein.

Von Uta Jostwerner
Eine alte Fleischerwaage gehörte zu den außergewöhnlichsten Versteigerungsobjekten. Pastor Michael Geymeier (links) und Jörg Höfel zeigen sie den potenitellen Bietern.
Eine alte Fleischerwaage gehörte zu den außergewöhnlichsten Versteigerungsobjekten. Pastor Michael Geymeier (links) und Jörg Höfel zeigen sie den potenitellen Bietern. Foto: Mike-Dennis Müller

Den Erlös teilen sich in diesem Jahr zwei Organisationen, die sich um Integration verdient gemacht haben. Zum einen der Verein ›Bielefeld United«, der jungen Flüchtlingen und Migranten zwischen sechs und 25 Jahren Sportangebote offeriert, und dies mit Sprachunterricht und sozialem Lernen verknüpft. 2016 von den drei ehemaligen Fußballprofis und Arminen Uwe Fuchs, Karsten Bremke und Benjamin Lense ins Leben gerufen, werden derzeit bis zu 100 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betreut.

Nicht nur unliebsame Geschenke

Sabine und Jürgen Noltemeyer haben eine Glasschale ersteigert. Foto: Mike-Dennis Müller

Zum anderen profitiert das AWO-Projekt »Sprache schenken« vom Bietergefecht, das sich mancher Besucher bei der 19. Auflage der Auktion leistete. Unter den Hammer kamen in diesem Jahr nicht nur unliebsame Weihnachtsgeschenke, sondern auch übrig gebliebene Gegenstände einer BGW-Auktion. Die Liste der Kuriositäten, die unter den Hammer kam, wollte gar nicht enden und reichte vom Regencape, das für einen Euro ersteigert wurde, bis hin zu einer historischen Ladenwaage, die für 80 Euro einen neuen Besitzer fand.

Mancher Gegenstand wie ein Diätbuch wurde schon zum zweiten Mal versteigert. Jemand, der das Buch im vergangenen Jahr ersteigert hatte, übergab es erneut der Auktion und fügte noch einen kommentierenden Brief und den Hinweis, er habe Null Kilo abgenommen, hinzu. Dennoch fand das Buch eine neue Besitzerin.

Glücklich über eine neue, kunstvolle Glasschale schätzt sich Sabine Noltemeyer. Ihr Mann Jürgen Noltemeyer hatte beim Bieten nicht locker gelassen und erhielt bei 20 Euro den Zuschlag.

Ausdauer und Durchhaltevermögen gefragt

Auktionator Christian Presch. Foto: Mike-Dennis Müller

Einer der ganz eifrigen Bieter war Günter Quest, der zunächst 10 Euro für ein in Geschenkpapier eingewickeltes Päckchen investierte – natürlich ohne zu wissen, was drin ist. Bescherung wie unterm Weihnachtsbaum. Mit Happy End, denn zutage förderte Günter Quest eine elektrische Orangenpresse. »Das passt genau, meine eigene Presse ist mir vor knapp einem Monat kaputt gegangen«, verriet der glückliche Mann, der zum ersten Mal an der Auktion teilnahm. Weniger Glück hatte er indes bei der Ersteigerung seines zweiten Überraschungspakets. Mit zwei edlen Flaschenverschlüssen wusste er nichts anzufangen: »Die verschenke ich weiter«, sagte Quest.

Dank der flotten Sprüche von Christian Presch behielt die Bietergemeinschaft Ausdauer und Durchhaltevermögen. Was angesichts der drängenden Enge im Versammlungsraum der Heilsarmee keine Selbstverständlichkeit darstellt. Alljährlich wächst die Fan-Gemeinde der Weihnachtsgeschenk-Recycling-Versteigerung. Es wird Zeit für die Veranstalter, nach einem größeren Raum Ausschau zu halten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.