Am Silvesterabend darf die »Wiener Johann Strauß Konzert-Gala« nicht fehlen Ungebremst ins neue Jahr

Bielefeld (WB). Nein, es ist nicht das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker und auch nicht der goldene Saal des Wiener Musikvereins. Gleichwohl trägt die »Wiener Johann Strauß Konzert-Gala« alljährlich am Silvesterabend einen Hauch jenes berühmten Neujahrskonzerts mit in die stets voll besetzte Oetkerhalle.

Von Uta Jostwerner
Ob druckvolle Polka, federnder Marsch oder schwebender Walzer – die K & K Philharmoniker begeisterten ihr Publikum am Silvesterabend unter der Leitung von Georg Kugi in der voll besetzten Oetkerhalle mit lupenreiner Spielfreude.
Ob druckvolle Polka, federnder Marsch oder schwebender Walzer – die K & K Philharmoniker begeisterten ihr Publikum am Silvesterabend unter der Leitung von Georg Kugi in der voll besetzten Oetkerhalle mit lupenreiner Spielfreude. Foto: Bernhard Pierel

Nicht zuletzt, weil das K & K Ballett einige der Stücke tänzerisch illustriert – hier auf schmalem Steg vorm Orchester, dort, in Wien, in einem separaten Raum. Fernsehzuschauer bekommen immer wieder einzelne Tanzszenen eingeblendet.

Genussreiche Stunden

Doch geht nichts über das Live-Erlebnis eines Konzerts. Für genussreiche Stunden sorgten in bewährter Qualität die K & K Philharmoniker, die unter dem Dirigat von Georg Kugi einen bunten Strauß an Kompositionen der Strauß-Dynastie servierten. Insbesondere widmeten sich die Gäste einem häufig im Schatten seiner berühmten Verwandten stehenden Spross: Eduard Strauß (1835-1916) war der jüngste Sohn von Johann Strauss (Vater) sowie Bruder von Johann Strauss (Sohn) und Josef Strauss.

Er hat 300 Kompositionen hinterlassen und zahlreichen bestehenden Werken auf unvergleichliche Weise einen wienerischen Anstrich verpasst. Beispielhaft präsentierte das in deutscher Sitzordnung aufspielende Orchester die »Carmen-Quadrille«, einen charmant zusammengestellten Reigen aus beliebten Melodien der Bizet-Oper »Carmen«. Man gewinnt beim Hören unweigerlich den Eindruck, dass Eduard Strauß die Handlung mal eben kurzerhand von Sevilla nach Wien verlegt hat.

Zünftige Polka

Doch auch die Eigenkompositionen des »schönen Ecki« überzeugten. »Ohne Bremse« heißt zum Beispiel eine seiner zünftigen Polkas, die von den K & K Philharmonikern sehr druckvoll dargeboten wurde, derweil drei Paare des Balletts in folkloristischen Kostümen den lebhaften Tanz aus Böhmen im klassischen Spitzentanz darboten. Wie bei allen anderen Stücken auch vereinten die Tänzerinnen und Tänzer, die stets in neuen Kostümen auftraten, kunstvolle Sprünge und Pirouetten mit tänzerischer Anmut und Leichtigkeit.

Dazu servierte das Orchester mit lupenreiner Spielfreude federnde Märsche und schwebende Walzer, darunter die beliebten »G’schichten aus dem Wienerwald« und den »Kaiserwalzer«. Mit der Josef-Strauß-Polka »Ohne Sorgen« endete der offizielle Teil des Silvesterkonzerts. Gleichwohl war danach noch lange nicht Schluss.

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