»The Voice«-Stars kommen trotz großen Talents nicht an das Bielefelder Publikum heran Starke Stimmen, schwache Atmosphäre

Bielefeld (WB/vw). Wie sagt man doch so schön: »Was lange währt wird endlich gut« – unter diesem Stern steht wohl am Donnerstagabend auch die Show »The Voice of Germany – live in Concert«.

Dzenan Buldic, Natia Todua, Lara-Samira Will, Georg Hägele und Anna Heimrath (von links) treten unter »The Voice of Germany – live in Concert« in Bielefeld auf.
Dzenan Buldic, Natia Todua, Lara-Samira Will, Georg Hägele und Anna Heimrath (von links) treten unter »The Voice of Germany – live in Concert« in Bielefeld auf. Foto: Mike-Dennis Müller

Die vier Finalisten aus der vergangenen Staffel der Sat1/Pro7-Castingshow wagen sich in der ausverkauften Bielefelder Stadthalle zusammen mit zwei weiteren Showteilnehmern auf die Bühne. Dass die Ostwestfalen manchmal ein etwas zähes Publikum sein können, kriegen hier auch die Sänger zu spüren.

Zweitplatzierter Benedikt Köstler fehlt

Ein Dämpfer ist sicherlich die Ankündigung, dass ausgerechnet der Zweitplatzierte der Show, Benedikt Köstler, an diesem Abend krankheitsbedingt nicht auftreten kann. Dessen Ausfall versuchen seine Kollegen auszugleichen. An ihren Stimmen kann die verhaltene Stimmung zumindest nicht liegen – diese sind ausnahmslos enorm stark und einzigartig.

Allen voran natürlich Natia Todua. Die Siegerin der letzten Staffel mutet gesanglich stark an eine Mischung aus Amy Winehouse und Adele an. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die beiden Soli der 21-jährigen Georgierin mit »Rehab« und »Someone like you« von diesen Künstlerinnen stammen. Dennoch merkt man von der Power der Gewinnerin in der ersten Stunde leider nur etwas in den eingespielten Rückblenden aus der Show.

Dzenan Buldic dagegen versucht das Publikum zu animieren und mit Gute-Laune-Hits wie »Classic« von MKTO anzustecken. Etwas steif kommt wiederum die Drittplatzierte Anna Heimrath aus Graz daher. Die Abiturientin überzeugt stimmlich, schafft es mit ihrer Performance aber nicht an ihre Kollegen ranzukommen.

Zweite Hälfte der Show überzeugt

Die 17-jährige Lara-Samira Will entzückt mit ihrer Ukulele und »Somewhere over the rainbow« von Israel Kamakawiwo’ole. Buldic und Georg Hägele entpuppen sich im Laufe des Abends noch als echtes Entertainmentpaket: der 17-jährige Hägele, der gesanglich schon an Größen wie Ed Sheeran und Sam Smith erinnert, und Buldic, der mit seiner charmant-jungenhaften Art das Publikum immer wieder zum Lachen bringt. Ihnen ist es wohl auch zuzuschreiben, dass die Ostwestfalen in der zweiten Hälfte der Show etwas auftauen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.