Fünf Frischlinge sausen durch das Wildschweingehege im Tierpark Olderdissen Gestreifte Wirbelwinde

Bielefeld (WB). Gemütlich kuschelt sich das Quintett in seiner Hütte im Gehege zusammen. Doch als es frisches Stroh gibt, werden die Jungtiere plötzlich munter und sausen an der Seite von Mama Rosalie putzmunter durch den Matsch. Im Tierpark Olderdissen haben die Wildschweine Frischlinge bekommen.

Von Hendrik Uffmann
Häufig kuscheln sich die erst wenige Tage alten Frischlinge in der Hütte in ihrem Gehege zusammen. Doch manchmal gehen sie zusammen mit Mama Rosalie auf Erkundungstour und weichen ihr dabei nicht von der Seite.
Häufig kuscheln sich die erst wenige Tage alten Frischlinge in der Hütte in ihrem Gehege zusammen. Doch manchmal gehen sie zusammen mit Mama Rosalie auf Erkundungstour und weichen ihr dabei nicht von der Seite. Foto: Hans-Werner Büscher

Am 10. Dezember sind die gestreiften Wirbelwinde geboren worden, und damit so früh wie seit vielen Jahren nicht mehr, erklärt Tierpark-Chef Herbert Linnemann. Eigentlich ist der März der Monat, in dem die Wildschweine ihren Nachwuchs bekommen, zuletzt habe sich dieser Zeitpunkt in Olderdissen jedoch immer weiter nach vorne geschoben auf Januar und Ende Dezember – nun sind die Frischlinge sogar schon seit Anfang Dezember auf der Welt.

Ganz ohne Risiko ist dies für die Jungtiere jedoch nicht, erläutert Chef-Tierpfleger Markus Hinker. »Sie haben zwar auch schon ein dichtes Fell, das aber nicht ganz so wärmend und wasserabweisend ist wie das der ausgewachsenen Tiere«, so Hinker. Gerade bei Wetterlagen wie der derzeitigen mit einer feuchten, klammen Kälte müssten die Tierpfleger deshalb besonders auf die Jungtiere achten. So gibt es noch häufiger als sonst frisches, trockenes Stroh und wird auch nicht mehr ausgemistet, damit sich eine dickere Wärmeschicht auf dem Boden der Unterstände bildet.

Besser nicht in Gehege

Sich in dem Gehege zu bewegen, ist für die Tierpark-Mitarbeiter derzeit aber ohnehin keine gute Idee. Denn Bache Rosalie, sonst eher von sanftem Wesen, könnte nun ziemlich energisch und rabiat reagieren, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sieht. Deshalb klettern die Tierpfleger auf der Rückseite des Geheges erst über den Zaun und dann auf das Dach des Unterstandes, um von dort aus auf dem Bauch liegend frisches Stroh hinein zu werfen.

Ob Keiler Karlchen ganze Arbeit geleistet hat und auch die anderen vier Bachen in den kommenden Wochen Nachwuchs bekommen, könne er derzeit noch nicht genau sagen, erklärt Markus Hinker. »Unsere Tiere sind alle so wohl genährt, dass man das nicht zweifelsfrei erkennen kann. Aber bei mindestens einer Bache gehe ich davon aus.« Wie viele Jungtiere es in einer Saison gebe, sei ganz unterschiedlich, so Hinker. Waren es Anfang dieses Jahres nur drei, von denen eines gestorben sei, waren es 2016 zwölf.

Striktes Fütterungsverbot

Um die jetzt geborenen Frischlinge und auch die ganze Rotte zu schützen, richtet Markus Hinker derzeit einen besonders nachdrücklichen Appell an die Tierpark-Besucher, die Tiere in keinem Fall mit mitgebrachten Lebensmitteln oder Essenresten zu füttern. »Das ist ohnehin verboten. Aber derzeit wollen wir verhindern, dass die Afrikanische Schweinepest eingeschleppt wird. Dagegen gibt es keine Impfung und kein Medikament, erkrankte Wildschweine sterben.« Schilder am Gehege weisen ausdrücklich auf dieses strikte Verbot hin.

Neue Raben und Vielfraße

Auch in anderen Gehegen im Tierpark Olderdissen gibt es Neuigkeiten. So ist Kolkraben-Henne Katrin im hohen Alter von 20 Jahren gestorben, so dass aktuell nach einer neuen Partnerin für Rabe Konrad gesucht wird. Markus Hinker: »Kolkraben sind aber wählerisch bei der Partnerwahl, das muss passen.« Er hat jedoch bereits Kontakt zum Wildpark Schwarze Berge bei Hamburg aufgenommen und hofft, dort rechtzeitig ein Weibchen zu bekommen, so dass es auch im kommenden Jahr Kolkraben-Nachwuchs in Olderdissen gibt.

Gestorben sind auch die beiden ebenfalls sehr betagten Vielfraße. Auch bei dieser Art bemüht sich der Tierpark um Ersatz.

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