Veranstaltung in der Süsterkirche mit Stadtkantorin Ruth M. Seiler Mehr als 250 Besucher beim fünften WESTFALEN-BLATT-Weihnachtssingen

Bielefeld (WB). »Kein Weihnachten ohne Probesingen.« Da sind sich Gundel Weber, Angelika Prudlik und Jürgen Dieckmann einig. Die Drei haben keines der bislang fünf Weihnachtssingen verpasst. Und sie reisten zwei Tage vor Heiligabend wieder aus Schloß-Holte an, um an der beliebten WESTFALEN-BLATT-Veranstaltung mit Stadtkantorin Ruth M. Seiler teilzunehmen. Insgesamt kamen mehr als 250 Besucher.

Von Uta Jostwerner
Ruth M. Seiler begleitet die Sängerinnen und Sänger am Flügel.
Ruth M. Seiler begleitet die Sängerinnen und Sänger am Flügel. Foto: Thomas F. Starke

»Die Premiere war ein Experiment«, erinnerte Stefan Biestmann, stellvertretender Leiter der Lokalredaktion, an die Anfänge des Weihnachtssingens, das stets eine Mischung aus Auffrischungskurs und Einstimmung aufs Fest ist. Dank Ruth Seiler, die in der Süsterkirche vor voll besetzten Kirchenbänken stets ein musikalisches Training der besonderen Art vollführt, entwickelte sich das Format zu einem Renner. Zahlreiche Teilnehmer sind »Wiederholungstäter«. Debütanten bekunden ihre Begeisterung und geloben, im nächsten Jahr wieder zu kommen.

Kurzes Entspannungstraining wirkt Wunder

Kein Wunder, denn Ruth Seiler gelingt es stets im Handumdrehen, die Besucher in ihren Bann zu ziehen. Ihre Auflockerungsübungen sind legendär und immer anders. »Wir stellen uns vor, wir wären Elefanten und würden mit dem Rüssel nach etwas Leckerem greifen«, animiert die Kirchenmusikerin die Teilnehmer, eine Schnute zu ziehen. Danach ist die Zunge dran: »Wenn die Zunge nicht locker ist, können sie nicht singen, weil sie wie ein Knödel im Rachen sitzt.« Danach darf herzhaft gegähnt werden, das löst den Rachen.

Das kurze Entspannungstraining wirkt Wunder. Schon singt die Gemeinde »Maria durch ein Dornwald ging« im Chor. Immer rauf und runter geht die Melodie. »Wenn sie dabei strahlen, geht’s besser«, sagt Ruth Seiler und legt ein paar Artikulationsübungen ein, damit es auch schön klingt.

»Die Veranstaltung hat Charme«

Neben bekannten klassischen Weihnachtsliedern lernt die Gemeinde mit »Als die Welt verloren« auch ein neues Lied. »Das können Sie Ihren Lieben schenken und vorsingen«, hat die Kantorin auch noch einen originellen Geschenketipp parat. Nach dem traditionell von der Orgel begleiteten »O du fröhliche« brandet Beifall auf. Glücklich und gelöst verlassen die Besucher die Kirche.

»Es war ganz toll. Wir sind mächtig auf Weihnachten eingestimmt«, sagen Mutter und Tochter Tina und Lesley Verstappen aus Steinhagen. Sie gehörten zu den Debütanten des WESTFALEN-BLATT-Weihnachtssingens und wollen 2018 wieder teilnehmen. Zum dritten Mal dabei waren Sabine Höller-Pietsch und Tochter Carla Pietsch. »Die Veranstaltung hat Charme. Wir sind immer wieder begeistert«, bekunden Mutter und Tochter unisono.

Mit Andrea Wittler hatte sich auch eine professionelle Sängerin (Mitglied im Extra-Chor des Theaters Bielefeld) unters Publikum gemischt. »Wo gibt es das sonst noch, dass man gemeinsam Weihnachtslieder singen kann«, sagt Andrea Wittler, ebenfalls eine »Wiederholungstäterin«.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.