Bob Dylan gastiert in Bielefeld – Vorverkauf beginnt am Freitag um 10 Uhr Der Poet des Rock kommt

Bielefeld (WB). Es hat Monate gedauert, bis sich Bob Dylan endlich zu einem Besuch in Stockholm bequemte. Dort gab es ja auch nur den Literaturnobelpreis abzuholen. Bielefeld ist offenbar attraktiver: Am 21. April gastiert der legendäre Rockpoet in der Seidensticker-Halle – und am Freitag beginnt der Vorverkauf.

Bob Dylan liebt es, seine unverwechselbaren Songs in immer neuem Gewand zu präsentieren.
Bob Dylan liebt es, seine unverwechselbaren Songs in immer neuem Gewand zu präsentieren. Foto: dpa

Ab 10 Uhr gibt es die heiß begehrten Karten in den WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstellen (Tel.: 0521/5299640). Übereinstimmenden Auskünften zufolge gelangen trotz einer Presale-Aktion für Spezialkunden genügend Karten in den Vorverkauf.

Beim Veranstalter, dem Bielefelder Konzertbüro Hans Stratmann geht man von 4200 Plätzen in der Halle aus. Weil Bielefeld, was Dylans Tourplan angeht, mitten in Deutschland liegt, rechnet Stephan Kipp, Prokurist der Stadthallenbetriebs-GmbH, mit einem großen Einzugsbereich: »Bis ins Ruhrgebiet und in den Großraum Hannover.«

»Wir sind sehr gespannt, wie Bob Dylan ankommt«, sagt Andrea Echternkamp vom Konzertbüro Stratmann. »Zum einen polarisiert er – man liebt ihn, oder man hasst ihn. Zum anderen kann man als Veranstalter heute nur noch selten voraussagen, welcher Act die Halle voll macht.« Ja, the times they are a-changing . . .

1995 zu Gast

Zum bislang letzten Mal war Dylan am 16. März 1995 in Bielefeld zu Gast. Zwischen jenem Auftritt und der Gegenwart liegen fünf Alben, Meilensteine des Folkrock – von »Time Out of Mind« bis »Tempest« –, sowie drei Kratzfüße vor Frank Sinatra & Co. mit Material aus dem Great American Songbook.

»Like a Rolling Stone« wird als Quintessenz dessen gewertet, für was die Rockmusik steht. Dylan beeinflusst die Entwicklung der Popmusik seit den 60er Jahren. 1965 in Newport elektrifizierte er mit »Maggie’s Farm« das Akustikfolk, sehr zum Unwillen der Fiedelmichelesoteriker, die damals – vergeblich – versuchten, ihn von der Bühne zu buhen. Schon ein Jahr zuvor hatte er der Machtelite seiner Zeit geweissagt, dass die Zeiten sich ändern würden, was sie, wie Nixons Sturz und Amerikas erster verlorener Krieg (Vietnam) zeigten, dann tatsächlich taten.

Christliche Phase Ende der 70er

Er rückte die Verlierer der rassistischen US-Gesellschaft wie den Boxer Rubin Carter in den Blickpunkt (»Hurricane«) und lief in seiner christlichen Phase Ende der 70er – zumindest textlich – zu Hochform auf (»Every Grain of Sand«).

In jüngerer Zeit folgte die sprachlich kaum minder anspruchsvolle Hinwendung zu den traditionellen »Americana«, diesmal auch musikalisch voll überzeugend. Kein Wunder, dass der »Songschreiber des Jahrhunderts« vor 2016 schon einmal einen »Nobelpreis« erhalten hat: den Polar Music Prize, der Musikern das bedeutet, was die Stockholmer Akademie für die Literatur ist.

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