Fahrplanwechsel steht an – Westfalenbahn gibt Linien an Eurobahn ab 19 Züge der Westfalenbahn bleiben erhalten

Bielefeld (WB). Die Westfalenbahn geht nicht so ganz: 19 Züge und 80 ehemalige Mitarbeiter fahren auf den Strecken des Teutoburger-WaldNetzes (TWN) weiter. Den Betrieb übernimmt zum 2. Advent aber der Konkurrent Eurobahn.

Von Dietmar Kemper
So sehen die modernen Züge der Eurobahn aus, die im Teutoburger-Wald-Netz eingesetzt werden.
So sehen die modernen Züge der Eurobahn aus, die im Teutoburger-Wald-Netz eingesetzt werden. Foto: Eurobahn

Kurz vor dem Fahrplanwechsel zog die Westfalenbahn in Bielefeld für die vergangenen zehn Jahre Bilanz. Die Zahl der Fahrgäste stieg demnach von anfangs 7,8 Millionen auf mehr als zwölf Millionen im Jahr. Die Westfalenbahn habe bei der Beförderung »einen guten Job gemacht« und von der steigenden Zahl von Pendlern und der ge­wachsenen Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs profitiert, sagte Unternehmenssprecher André Rahmer dem WESTFALEN-BLATT.

Den Service habe man entsprechend ausgebaut. Vor zehn Jahren seien nur in jedem vierten Zug Begleiter mitgefahren, inzwischen betrage die Quote nahezu 100 Prozent. »Die Fahrgäste möchten Betreuung und dass ihre Fragen im Zug beantwortet werden«, betonte Rahmer. Seit dem 9. Dezember 2007 hat die Westfalenbahn etwa 42 Millionen Kilometer zurückgelegt, sieben Millionen Mal gehalten und mehr als 100 Millionen Fahrgäste befördert.

Eurobahn kündigt Verzögerungen an

Weil das Unternehmen bei der europaweiten Ausschreibung des neuen Verkehrsvertrags für das Teutoburger-Wald-Netz leer ausging, ist damit jetzt Schluss. In den nächsten 15 Jahren verkehren Züge der Eurobahn, die zum französischen Unternehmen Keolis gehört, auf den Linien RB 61 (Bielefeld-Bad Bentheim-Hengelo), RB 66 (Münster-Osnabrück), RB 65 (Münster-Rheine), RB 72 (Herford-Altenbeken-Paderborn) und RE 78 (Bielefeld-Minden-Nienburg).

27 Züge sollen nach Angaben der Eurobahn von gestern Passagiere zu 52 Haltestellen bringen: neben den 19 gebrauchten Zügen der Westfalenbahn acht Mehrsystem-Elektrotriebzüge vom Typ »Stadler FLIRT 3«. Im ungewohnten Türkis statt Gelb gehalten können die sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden fahren, verfügen über 266 Sitzplätze und erreichen ein Tempo von 160 Kilometer pro Stunde.

Zu Beginn wird nicht alles reibungslos funktionieren. Die Eurobahn kündigte auf zwei Streckenabschnitten Verzögerungen an. Die Direktverbindung von Bielefeld ins niederländische Hengelo wird es erst vom 14. Januar an geben. Begründung: Das Zulassungsverfahren in Deutschland und dem Nachbarland für die Mehrsystem-Elek­trotriebzüge sei aufwendig. Außerdem fahren bis Ende Dezember auf der Linie RE 78 zwischen Nienburg und Minden an den Werktagen Busse statt Züge. Anfang 2018 soll sich das dann ändern.

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