Bielefelder (44) steht ab Montag wegen versuchten Mordes vor Gericht Prozess um Gasanschlag auf Polizisten

Bielefeld (WB/sb). Ein 44-jähriger Deutschrusse soll im April versucht haben, ein leer stehendes Mehrfamilienhaus in die Luft zu sprengen und damit auch zwei Kripo-Beamte in Lebensgefahr gebracht haben. Am Montag, 6. November, beginnt vor einem Schwurgericht des Landgerichts Bielefeld der Prozess gegen den Bielefelder, der in Untersuchungshaft sitzt.

In einem leer stehenden Haus an der Eckendorfer Straße soll der 44-Jährige Gasleitungen manipuliert haben.
In einem leer stehenden Haus an der Eckendorfer Straße soll der 44-Jährige Gasleitungen manipuliert haben. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Der vorbestrafte und drogensüchtige Mann soll spätestens ab April das leer stehende Haus als Wohn- und Schlafstätte genutzt haben. Unter anderem soll er dort nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch »in diversen Räumen, insbesondere in den Bädern und Küchen diverse Kupferleitungsrohre und Armaturen unfachmännisch demontiert« und an einen Schrotthändler weiterverkauft haben.

Am 24. April nahmen dann zunächst zwei uniformierte Polizisten und später zwei Kripo-Beamte Ermittlungen in dem Haus au f. Der 44-Jährige soll sich zunächst in einer Dachgeschosswohnung verbarrikadiert haben und dann aus dem Fenster über das Dach in ein angrenzendes Gebäude geflüchtet sein. Unbemerkt von den Beamten soll er dann kurze Zeit später den Keller des Hauses betreten haben.

Polizisten bringen sich rechtzeitig in Sicherheit

Dann soll der Angeklagte sämtliche Gashähne im Haus geöffnet haben, um zu verhindern, dass die Polizei Beweise für die Straftaten findet. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll dem Angeklagten klar gewesen sein, »dass eine minimale Zündquelle, unter anderem auch die Betätigung eines Lichtschalters, das ausgetretene Gas hätte zur Explosion bringen können«. Den Tod der Polizisten soll er billigend in Kauf genommen haben, heißt es. Die Kripo-Beamten bemerkten rechtzeitig den Geruch des ausströmenden Gases, brachten sich in Sicherheit und alarmierten die Feuerwehr.

Ebenso soll dem Angeklagten die Gefährdung anderer Menschen durch herumfliegende Trümmerteile bewusst gewesen sein. Der Angeklagte wollte sich bislang zu den Vorwürfen nicht äußern. Der Mann soll 19 Einträge im Vorstrafenregister haben.

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