Die ersten Häuser des Gnadenhofs stehen als Rohbau – Eröffnungsfest im Dezember Dorf Sentana startet Ende September

Bielefeld (WB). Das Dorf Sentana nimmt Formen an. Auf dem Gelände am Quellenhofweg stehen bereits die ersten Häuser mit den markanten Holzfassaden im Rohbau, Ende September werden die ersten Tiere einziehen.

Von Hendrik Uffmann
Ralph Anstoetz, Tina Pahl und Mira Köhn (von rechts) haben die Baustelle im Blick, auf der am Quellenhofweg in Gadderbaum derzeit das Dorf Sentana entsteht – als Gnadenhof und als Begegnungsstätte für Mensch und Tier.
Ralph Anstoetz, Tina Pahl und Mira Köhn (von rechts) haben die Baustelle im Blick, auf der am Quellenhofweg in Gadderbaum derzeit das Dorf Sentana entsteht – als Gnadenhof und als Begegnungsstätte für Mensch und Tier. Foto: Bernhard Pierel

Noch ist das idyllisch gelegene, etwa 27 000 Quadratmeter große Areal des ehemaligen Quellenhofs allerdings Baustelle. »Aber wir liegen gut im Zeitplan, das trockene Wetter hat uns geholfen«, erklärt Ralph Anstoetz.

Wie berichtet, steht der Unternehmer hinter der Sentana-Stiftung – benannt nach Anstoetz’ verstorbener Golden-Retriever-Hündin –, die die Einrichtung betreiben wird. Da sein soll diese für Tiere ebenso wie für Menschen. Denn gedacht ist das Dorf Sentana zum einen als Gnadenhof, auf dem vernachlässigte und alte Tiere ein neues Zuhause finden, zum anderen als Begegnungsstätte.

Minischweine ziehen ein

Zu den ersten Bewohnern, die einziehen werden, gehören die Minischweine Carla und Carlo und die Kuh Elsa, später sollen unter anderem auch Schafe, Ziegen, Ponys und Hühner hinzukommen, erklärt Mira Köhn, die als gelernte Landwirtin für die Betreuung der Tiere zuständig sein wird. »Wir wollen grundsätzlich keine Tiere ausschließen, aber es werden zumindest zuerst keine exotischen Tiere sein sondern solche, mit denen ich mich auskenne, um sie richtig zu versorgen«, so die 27-Jährige.

Geplant ist darüber hinaus eine Hundetagesstätte für bis zu sieben Vierbeiner, die tagsüber betreut werden, während Herrchen oder Frauchen bei der Arbeit sind. Insgesamt 50 bis 60 Tiere sollen später im Dorf Sentana leben. Für sie wird es mehrere Stallungen geben. Im ersten Bauabschnitt werden bis zum Herbst insgesamt sieben Gebäude errichtet – darunter auch ein Haus mit einer Hausmeisterwohnung sowie Verwaltungs- und Schulungsräumen. Im zweiten Bauabschnitt sollen vermutlich 2019 zwei weitere Gebäude folgen.

Ort für Mensch und Tier

Darüber hinaus wird es in dem Dorf Sentana aber auch Angebote für Menschen geben. Zuständig dafür ist Tina Pahl. Die 28-Jährige ist studierte Sozialpädagogin und Fachkraft für tiergestützte Intervention. Es soll Aktionen für Menschen mit Behinderung, für alte und einsame Menschen gebe. »Tiere sind Seelentröster«, erklärt Ralph Anstoetz. Besonders am Herzen liegen dem Unternehmer aber auch Kinder von Alleinerziehenden, die unter der Armutsgrenzen leben. Für sie soll es wöchentliche Angebote im Dorf Sentana geben. Ansonsten soll der Gnadenhof nachmittags an fünf Tagen in der Woche für Besucher frei zugänglich sein.

Einziehen werde auf dem Gelände am Quellenhofweg auch ein Imbiss – ein Café soll 2018/2019 folgen – sowie der Verein »Laika – Trost auf vier Pfoten« für tiergestützte Begleitung bei Abschied, Tod und Trauer, und die Hundeschule von Heike Kleinhans.

Paten gesucht

Gesucht werden auch noch Tier- Paten, die das Dorf Sentana unterstützen, und ehrenamtliche Helfer. »Etwa 70 haben sich bereits gemeldet«, so Ralph Anstoetz.

Anstoetz investiert aus eigenen Mitteln 2,5 Millionen Euro in den Bau des Dorfs. Der laufende Betrieb soll sich dann aus Mieteinnahmen und Spenden finanzieren.

Eine Eröffnungsfeier ist für das dritte Adventwochenende geplant. Dann soll es im Dorf Sentana einen Weihnachtmarkt geben.

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