Wanderausstellung in der Universität Bielefeld eröffnet Vorbilder gegen Rassismus

Bielefeld (WB). Zwischen lernenden Studenten und Waffelstand steht eine 33 Meter lange Fotoinstallation in der Halle der Universität Bielefeld: Die Wanderausstellung »Vorbilder – Sport und Politik vereint gegen Rechtsextremismus« ist eröffnet worden.

Von Lena Kley
Bernd und Angelika Kohlmeier schauen auf ihr Werk mit Bundestrainer Joachim Löw und Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
Bernd und Angelika Kohlmeier schauen auf ihr Werk mit Bundestrainer Joachim Löw und Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Thomas F. Starke

Erstellt wurden die 22 Doppelporträts mit jeweils einem berühmten Sportler und Politiker von den Fotografen Angelika und Bernd Kohlmeier. Auftraggeber ist das Bundesinnenministerium.

Abgelichtet wurden unter anderem Fußball-Bundestrainer Joachim Löw und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann oder Innenminister Thomas de Maizière und Ski-Springerin Carina Vogt. Unter jedem Bild stehen Aussagen der Porträtierten gegen Rassismus.

Die Idee dazu kam den Fotografen während eines Shootings mit dem Fußballverein des Bundestages zur Kampagne »Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsex­tremismus – für Respekt und Achtung der Menschenwürde«. Sie wollten die Fotos sozusagen als »Vorbilder« während einer Gesprächssituation zwischen einem Sportler und einem Politiker aufnehmen – ohne Manager, ohne Regierungschef oder anderen Personen. Beide sollten eine Stunde Zeit mitbringen und sich eine Kulisse aussuchen. »Ein gutes Gespräch braucht Zeit«, erklärt Angelika Kohlmeier. Von 2012 bis 2014 arbeiteten sie daran.

Bei Joachim Löw und Winfried Kretschmann in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart hatten sie Anlaufschwierigkeiten: Beide positionierten sich extra für das Foto. Erst nach Rücksprache fingen sie nach und nach an, sich zu unterhalten. »Am Ende merkten sie gar nicht, dass wir fertig waren«, sagt Angelika Kohlmeier.

Ziel der Ausstellung ist es, über die Macht der Bilder auf das Thema Rassismus aufmerksam zu machen. »Wegen der Fotos bleiben die Leute stehen«, erklärt die Fotografin. Die Porträts waren bereits in Einkaufszentren und Universitäten zu sehen.

Auch im Deutschen Historischen Museum in Berlin und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn wurden die Bilder präsentiert. Bielefeld ist die 27. Ausstellungsstation.

Dazu gehört die Aktion »Meinungsbilder«, bei der sich Passanten in einem mobilen Fotostudio mit einer Aussage zu Rassismus ablichten lassen können. Anschließend sind sie auf einem Bildschirm während der Ausstellung zu sehen. 500 Menschen haben bereits mitgemacht.Die Ausstellung wird bis zum 22. Juni in der Uni-Halle zu sehen sein. Die nächsten Ausstellungsorte dieses Jahr sind Coburg, Bremerhaven, Hameln, Düren und Biberach.

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