18 Telefonate in gut einer Stunde – Bielefelderin (46) muss Geldstrafe zahlen Mit falschen Notrufen tyrannisiert

Bielefeld (WB/hz). Den 24. Januar dieses Jahres werden die Beamten in den Leitstellen von Polizei und Feuerwehr nicht so schnell vergessen: In der Zeit von 14.18 Uhr bis 15.20 Uhr setzte eine 46-Jährige aus Baumheide 18 Mal falsche Notrufe ab.

Das Amtsgericht Bielefeld
Das Amtsgericht Bielefeld Foto: Thomas F. Starke

Im Durchschnitt etwa alle dreieinhalb Minuten blockierte die Frührentnerin die lebenrettenden Rufnummern 110 und 112. Die Retter des Polizeipräsidiums und von der Feuerhauptwache erstatteten Anzeige gegen die Baumheiderin.

Die 46-Jährige, polizeibekannt auch als Ladendiebin in ihrem Stadtteil, muss für den Missbrauch von Notrufen 600 Euro Geldstrafe zahlen. Amtsrichter Jan-Hendrik Haarmann bestätigte am Dienstag einen Strafbefehl gegen die Frau. Sie hatte über ihren Anwalt Rüdiger Hexel Einspruch gegen die Geldstrafe eingelegt.

Dass begründete Verteidiger Hexel damit, dass die Frau unter schweren Depressionen und einer Intelligenzminderung leide und in einer akuten Phase dort anrufe, wo »immer jemand erreichbar ist«. Die Frau selbst war vor Gericht geständig und räumte ein, Polizei und Feuerwehr mit falschen Notrufen förmlich tyrannisiert zu haben.

Amtsrichter Haarmann zeigte trotz des Krankheitsbildes der 46-Jährigen keinerlei Verständnis für ihr Verhalten. »Wenn Sie den Notruf blockieren, können in der Zeit keine anderen Menschen anrufen und Feuer oder Unfälle melden«, stellte Haarmann klar.

Der Richter sprach sich für eine spürbare Sanktion gegen die Frau aus. Von der Staatsanwaltschaft gab es außerdem den Hinweis, die Baumheiderin möge die Nummer der Telefonseelsorge bereit halten, wenn sie mal wieder eine Depression überkomme.

Nach kurzer Diskussion zwischen Richter und Verteidiger zog die 46-Jährige ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurück und akzeptierte die Geldstrafe. »Ich hoffe, dass wir uns hier nicht noch einmal sehen müssen«, sagte Richter Haarmann.

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