70 Schilder zwischen Aachen und Bielefeld Fußballroute lebt noch einmal auf

Bielefeld (WB). Die Bezirksvertretung Mitte demonstrierte in ihrer Sitzung im März seltene Einigkeit: Die Lokal-Politiker beschlossen, die Infotafeln der Deutschen Fußball-Route endgültig abbauen zu lassen.

Von Burgit Hörttrich
Die ersten Schilder hängen – wie das hier an der Herforder Straße kurz vor der Talbrückenstraße.
Die ersten Schilder hängen – wie das hier an der Herforder Straße kurz vor der Talbrückenstraße. Foto: Thomas F. Starke

Abgebaut wurden die neun noch bestehenden Tafeln bislang nicht, dafür sind aber neue dazu gekommen: die braun-weißen Hinweisschilder »Deutsche Fußball Route NRW«, gefördert vom ADAC und gedacht für Autofahrer, die zwischen Aachen und Bielefeld insgesamt 15 Stationen ansteuern möchten.

In Bielefeld waren zum »Sommermärchen«, der WM 2006, unter anderem am Rathaus, auf der Sparrenburg, am TAM, an der Rußheide, am Kesselbrink und an der Schüco-Arena Infotafeln installiert worden, die über die fußballerische Historie aufklären sollten: dass zum Beispiel auf dem Kesselbrink Arminia Bielefeld anno 1905 das erste Spiel ausgetragen hat und das in einem inzwischen abgerissenen Haus an der Stapenhorststraße (»Tinneff«) dereinst das Vereinslokal der Arminen war.

Viele Tafeln beschädigt

Am 30. Juni 2006 hatten der damalige Oberbürgermeister Eberhard David und Vertreter des DFB die erste Info-Tafel enthüllt. Das ist elf Jahre her und viele der Tafeln sind beschmiert, beschädigt, mit Stickern beklebt oder komplett verschwunden.

Da es vom Initiator der Fußball-Route kein Geld für eine Reparatur oder Ersatzbeschaffungen gebe, die Stadt kein Geld übrig habe, sollten die Schilder verschwinden. Dasselbe gilt für die Hinweise für Radler auf die Fußball-Route. Mitte-Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz: »Ein Beitrag gegen das Anwachsen des Schilderwaldes.« Passiert ist bislang noch nichts, aber der Abbau werde vorbereitet, heißt es im städtischen Amt für Verkehr.

»Mythos Fußball«

Der ADAC hat derweil 15 Fußball-affine Städte in seine Route zum »Mythos Fußball« eingebunden. Insgesamt würden 70 Schilder aufgestellt. Das erste wurde im Oktober 2016 am Dortmunder Borsigplatz enthüllt. Dazu gebe es Faltblätter, Broschüren und eine App. Schilder, die genauso aussehen wie die, die zum Beispiel über die Deutsche Märchenstraße oder die Deutsche Weinstraße führen, sollen interessierten Autofahrern den Weg weisen in die Stadien oder Fußball-Museen.

Es sei daran gedacht, so der ADAC, auch Info-Tafeln neu zu installieren. Die sollten aber so konstruiert sein, dass sie schwer zerstörbar seien, und der Text solle per QR-Code mit dem Handy ablesbar sein. Oder über einen Internetlink mit der Historie verbinden.

Der Bund der Steuerzahler hatte kritisiert, dass in die Themenstraße für Fußballfans zu viel öffentliches Geld geflossen sei. Er spricht von insgesamt zwei Millionen Euro. Bemängelt wurde auch, dass die Montage der neuen Hinweisschilder noch nicht abgeschlossen sei.

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