Feuer in bosnischer Moschee – Täter nutzten offenbar Brandbeschleuniger Staatsanwaltschaft geht von Brandstiftung aus

Bielefeld (WB/sb). Nach dem Brand in einem bosnisch-islamischen Gemeindezentrum an der Ziegelstraße geht die Staatsanwaltschaft von Brandstiftung aus. Das bestätigte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann am Donnerstagmittag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

Betroffene Gesichter am Tag nach dem Brandanschlag: Haris Mulic (von links), Vorsitzender der bosnisch-islamischen Gemeinde, Imam Muhammed Fetic und Mehmet Ali Ölmez, Vorsitzender des Inetgrationsrats.
Betroffene Gesichter am Tag nach dem Brandanschlag: Haris Mulic (von links), Vorsitzender der bosnisch-islamischen Gemeinde, Imam Muhammed Fetic und Mehmet Ali Ölmez, Vorsitzender des Inetgrationsrats. Foto: Hans-Werner Büscher

»Es deutet alles darauf hin, dass es sich um Brandstiftung handelt«, sagte sie. Als Brandbeschleuniger hätten der oder die Täter nach ersten Erkenntnissen Pkw-Kraftstoffe genutzt. Ob es ein politisches Motiv für die Tat gebe, sei aber weiterhin völlig offen. »Wir ermitteln in alle Richtungen«, sagte Stefanie Jürgenlohmann.

Es gebe bislang noch keinen Verdächtigen. Die 14-köpfige Mordkommission ermittelt wegen versuchten Mordes, da in dem Gebäude auch der Imam der Gemeinde wohnte.  Wie berichtet, hatte die Feuerwehr den 60-Jährigen rechtzeitig geweckt . Er hatte von dem am Mittwoch um kurz nach 3 Uhr gelegten Feuer zunächst nichts mitbekommen.

Im Festsaal der Gemeinde wurden durch den Brand ein Sofa und Regale zerstört. Der Schaden liegt bei 40.000 Euro.

Der Integrationsrat hat bereits in einer Stellungnahme auf den Anschlag reagiert: »Mit großer Sorge nehmen wir die zunehmende Gewalt gegen Muslime wahr, die in den vergangenen Montane massiv zugenommen hat Dieser neuerliche Anschlag stimmt traurig, macht betroffen und lässt uns fassungslos zurück.«

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