»Rahmenbedingungen sind aber weiterhin schwierig« Stadtwerke schütten höhere Gewinne aus

Bielefeld (WB/HHS). Warmer Regen für die Stadt Bielefeld. Die Gewinnausschüttung der Stadtwerke fällt für das Jahr 2016 deutlich höher aus als in der Planung vorgesehen. Wie das Versorgungsunternehmen am Dienstag mitteilte, fließen statt der ursprünglich veranschlagten 25 Millionen nun voraussichtlich 58 Millionen Euro.

Foto: Thomas F. Starke

Diese Entwicklung führen die Geschäftsführer Friedhelm Rieke und Martin Uekmann in erster Linie auf ein besseres operatives Ergebnis zurück. Sie hätten größere Mengen an Strom, Gas und Wasser absetzen können als geplant. Insbesondere das Geschäft mit Sondervertragskunden, also privaten Verbrauchern mit speziellen Tarifen oder Gewerbekunden mit individuellen Lieferverträgen, ist besser gelaufen.

Erfolgreiche Zukunftswerkstatt

Darüber hinaus wird in der Zukunftswerkstatt, in der es um Kosteneffizienz und neue Geschäftsfelder geht, produktiv gearbeitet. In den beiden vergangenen Jahren seien viele Maßnahmen entwickelt worden, die zu einer Effizienzsteigerung führen sollen, sagt Martin Uekmann: »Ein Vorhaben, das nun deutlich wirkt.« Dadurch sollen bis 2019 etwa zehn Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

»Deutlich über Plan« liege das operative Ergebnis der Interargem. An der Gesellschaft, die Müllverbrennungsanlagen in Hameln und Bielefeld betreibt, haben die Stadtwerke seit Anfang des vergangenen Jahres Anteile von 91,9 Prozent. Selbst die insgesamt verlustreichen Verkehrsbetriebe Mobiel stehen in der 2016er-Bilanz auf der Haben-Seite: Aufgrund geringerer Aufwendungen werde sich ihr Ergebnis um rund eine Million Euro verbessern.

Grohnde-Rückstellungen reichen aus

Schließlich rechnet Friedhelm Rieke damit, dass die gebildeten Rückstellungen für den Rückbau des Kernkraftwerks Grohnde ausreichen werden: »Zu erwartende Belastungen aus der Neuordnung der kerntechnischen Entsorgung haben sich nicht ergeben.« Insgesamt sind für den Rückbau Rückstellungen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro gebildet worden, wovon 480 Millionen auf den Anteilseigner Stadtwerke Bielefeld entfallen.

Die insgesamt recht guten Nachrichten will Friedhelm Rieke nicht überbewertet wissen: »Die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind weiterhin schwierig. Sie wirken sich deutlich auf unsere Mittelfristplanungen aus.« Wie berichtet , hatten die Stadtwerke-Geschäftsführer vergangenes Jahr den Bielefelder Politikern offenbart, dass mit der Übernahme der Mobiel-Verluste und einer jährlichen Entlastung des städtischen Etats ab 2020 Schluss sein wird. Begründet hatten sie das mit dem Preisverfall im Kerngeschäft, der Erzeugung von und dem Handel mit Strom, und dem Investitionsbedarf bei Mobiel von 100 Millionen Euro.

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