Kampfmittelbeseitiger untersuchen bei der Fahrradfirma nun sogar eine Werkshalle Bombe: noch ein »Verdachtsfall«

Bielefeld (WB/uko). Das Gelände der Firma Gudereit in Oldentrup steht für die Kampfmittelräumer bei ihrer Bombensuche weiter im Blickfeld. Das hat ein Sprecher der Behörde beim Regierungspräsidium Arnsberg am Montag bestätigt. Demnach gehen die Experten nun aber sogar von zwei »Verdachtsfällen« aus.

Geräumt und entschärft: Hier wurde am Samstag auf dem Grundstück Strebkamp 14 eine Bombe aus der Erde geholt.
Geräumt und entschärft: Hier wurde am Samstag auf dem Grundstück Strebkamp 14 eine Bombe aus der Erde geholt. Foto: Büscher

Am Samstag war auf dem zu der Kurt Gudereit GmbH gehörenden Grundstück Am Strebkamp 14 eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg ents chärft und abtransportiert worden. Feuerwehr Bielefeld und Technisches Hilfswerk (THW) hatten die Entschärfung am Samstag präzise und umsichtig zwei Tage lang vorbereitet . Dabei wurde das benachbarte Sauerstoffwerk Friedrichshafen besonders mit großen Sandsäcken und Containern geschützt.

Brunnen an verdächtiger Stelle

Seit Tagen wurde allerdings schon im rückwärtigen Bereich des leer stehenden Hauses auf dem Grundstück gegraben und sondiert. In dem Haus hatte die Familie des Firmengründers Kurt Gudereit seit 1978 gewohnt. An der Stelle, wo der Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe (KBD) den zweiten »Verdachtsfall« vermutet, war vor vielen Jahren sogar ein fast sieben Meter tiefer Brunnen in das Erdreich gegraben worden.

KBD-Sprecher Christoph Söbbeler bestätigte dem WESTFALEN-BLATT gestern, dass nun auch unter einer Werkshalle der Firma Gudereit ein weiterer »Verdachtsfall« untersucht werde. Sollte es hier Hinweise auf eine Bombe geben, seien »Auswirkungen auf den Betrieb möglich«. Die Arnsberger Kampfmittelräumer wollen beide Fälle nun zeitnah klären.

Das Gebiet im Bielefelder Osten war seit Anfang 1944 von den alliierten Luftwaffen-Verbänden mit Bombenteppichen belegt worden. Söbbeler: »In Nordrhein-Westfalen gab es die meisten Bombenabwürfe. Neben dem Ruhrgebiet war besonders Bielefeld betroffen.«

Luftaufnahmen der Alliierten

Auf dem Gelände des Sauerstoffwerkes neben dem Gudereit-Grundstück befand sich zu Weltkriegszeiten eine Panzerreparaturwerkstatt. Wie viele Blindgänger noch in Bielefeld im Erdreich verborgen sind, darüber gebe es, so Söbbeler, »keine seriösen Zahlen«. Um diese Weltkrieg-II-Bomben zu finden, wertet der Kampfmittelbeseitigungsdienst Luftaufnahmen der Alliierten aus. Nach den Bombenangriffen hatten damals Aufklärungsflugzeuge Fotos gemacht. Diese Bilder wurden den deutschen Behörden nach 1990 zugänglich gemacht.

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