Gebürtiger Bielefelder Thomas Fuhrmann war zuvor Leiter des Morgenmagazins – Fußball-WM als Großprojekt Ostwestfale wird neuer ZDF-Sportchef

Bielefeld/Mainz (WB). In der ZDF-Sportredaktion hat vom 1. Februar an ein gebürtiger Bielefelder das Sagen: Thomas Fuhrmann (51) ist dann Chef von 110 Mitarbeitern. Zuletzt leitete er das ZDF-Morgenmagazin. »Mein Traumjob wird wahr«, sagt Fuhrmann dem WESTFALEN-BLATT.

Von Stefan Biestmann
Thomas Fuhrmann (51)
Thomas Fuhrmann (51) Foto: Jürgen Detmers/ZDF

Schließlich ist er als ZDF-Sportchef künftig auch für Großereignisse wie die Fußball-WM 2018 verantwortlich. Über seine Ziele und neuen Ideen will er vor Amtsantritt noch nicht sprechen. Aber Fuhrmann besitzt genügend Stallgeruch für die Aufgabe. Von 2005 bis 2010 leitete er die Redaktion des »Aktuellen Sportstudios« und amtierte damals auch als stellvertretender ZDF-Sportchef.

Er half Großprojekte wie die Fußball-WM 2006 und Olympia 2008 in Peking zu koordinieren. Fuhrmann ist begeisterter Sportler. Er wuchs in Oberbauerschaft (Gemeinde Hüllhorst) im Kreis Minden-Lübbecke auf. »Mit sechs Jahren habe ich bei der SV Oberbauerschaft Fußball gespielt – als linker Verteidiger«, erinnert er sich. Später war er als Handballer beim TuS Nettelstedt aktiv – »halbrechts im Rückraum und Rechtsaußen«.

Sein journalistisches Interesse wuchs schon in frühen Jahren. Nach dem Abitur am Wittekind-Gymnasium Lübbecke besuchte er die renommierte Journalistenschule in München. Nach Stationen bei den Fernsehsendern Tele 5 und NTV begann er 1995 beim ZDF. Dort war er unter anderem Reporter beim Politmagazin »Frontal 21« und Moderator bei »Kennzeichen D«. Zudem arbeitete er ein Jahr als Korrespondent im Hauptstadtstudio Berlin. Von 2001 bis 2005 agierte er als Chef vom Dienst bei der Sendung »Frontal 21« – und schließlich von 2005 bis 2010 als Leiter des »Aktuellen Sportstudios«.

Von 2010 bis 2016 war Fuhrmann Chef des ZDF-Morgenmagazins. In dieser Zeit begrüßte er viele prominente Gäste: den Schauspieler Denzel Washington ebenso wie die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Ein Aufreger während Fuhrmanns Amtszeit war, als die AfD-Vorsitzende Frauke Petry im März 2016 ein Interview mit der »Morgenmagazin«-Moderatorin Dunya Hayali platzen ließ – und sie als »Politikaktivistin« bezeichnete. Fuhrmann stellte sich damals vor Hayali: »Der Vorwurf der ›Politikaktivistin‹ ist falsch und völlig unhaltbar«, sagte er damals im WESTFALEN-BLATT-Interview.

Fuhrmann, der heute in Berlin lebt, ist mit Bettina Schausten verheiratet, der Leiterin des ZDF-Hauptstadt­studios. »Wir haben uns beim ZDF kennengelernt.« Und so hat Fuhrmann beim Mainzer Sender nicht nur seinen Traumjob gefunden, sondern auch sein privates Glück.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.