NRW schränkt Untersuchung bei weniger schweren Delikten ein Polizisten sichern zu viele DNA-Spuren

Düsseldorf (WB). Das Landeskriminalamt ächzt unter der Masse der DNA-Tatortspuren, die von den 47 Kreispolizeibehörden und den fünf Polizeipräsidien eingereicht werden. Das soll sich ändern.

Von Christian Althoff
DNA-Spuren in Alkohol: Jede Untersuchung kostet etwa 30 Euro.
DNA-Spuren in Alkohol: Jede Untersuchung kostet etwa 30 Euro. Foto: dpa

Zum 1. Januar hat das LKA in Abstimmung mit dem Innenministerium und dem Justizministerium ein sogenanntes DNA-Priorisierungskonzept eingeführt. Damit will man erreichen, dass weniger Spuren an Tatorten genommen werden – allerdings nur bei Straftaten, die mit weniger als einem Jahr Haft bedroht sind. »Bei Tötungsdelikten, Sexualstraftaten und Wohnungseinbrüchen bleibt alles beim Alten«, sagt Frank Scheulen, Sprecher des LKA in Düsseldorf.

Nach einer Straftat sichern Polizisten oft mögliche DNA-Spuren von Tätern.  Das kann eine leere Bierflasche sein, an der Speichel des Täters vermutet wird, oder ein Haar. Zudem reiben Polizisten mit Wattestäbchen Oberflächen ab, die der Täter eventuell berührt hat. So sollen Hautschuppen zur DNA-Analyse gesichert werden.

Um bei den Beispielen zu bleiben: Bierflasche, Haar und Wattestäbchen landen beim Landeskriminalamt in Düsseldorf, wo 232 Wissenschaftler, Laborkräfte und Verwaltungsmitarbeiter mit der Auswertung beschäftigt sind.

Allein im vergangenen Jahr gingen 59.732 Untersuchungsanträge mit 150.157 mutmaßlichen Spurenträgern ein. Im Dezember lagen beim Landeskriminalamt noch 27.712 nicht abschließend bearbeitete Anträge. Was wann bearbeitet wird, richtet sich nach der Schwere der Straftat und der Eilbedürftigkeit. Bei leichteren Delikten werden bereits seit zehn Jahren private Labore mit der DNA-Analyse beauftragt.

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