892 Delikte von Januar bis November Taschendiebstähle auf Rekordhoch

Bielefeld (WB). Erst der Weihnachtsmarkt, jetzt die Universität – die Polizei setzt den zweiten Monat in Folge ihre Warnkampagne gegen Taschendiebe fort. Das hat einen Grund: Vergangenes Jahr stiegen die Taten auf Rekordniveau.

Von Jens Heinze
Gelegenheit macht Diebe: »Augen auf und Tasche zu« lautet der Tipp der Polizei zum Schutz der Wertsachen.
Gelegenheit macht Diebe: »Augen auf und Tasche zu« lautet der Tipp der Polizei zum Schutz der Wertsachen. Foto: dpa

Noch liegt die Bielefelder Kriminalstatistik für das Jahr 2016 nicht komplett vor. Dennoch übertreffen die von Januar bis November begangenen Taten schon jetzt die Zahlen der Vorjahre. 892 Taschendiebstähle wurden bei der Polizei angezeigt.

Insgesamt dürfte 2016 die Gesamtzahl der Taschendiebstähle in Bielefeld die 900er-Marke deutlich übersteigen. Das wäre im Langzeitvergleich ein neuer Rekord. Zum Vergleich: 2015 verzeichnet die Bielefelder Kriminalitätsstatistik 870 Taten, 2014 waren es 769, 2015 gab es 566.

Diebesbanden auf Beutezug

Ausgerechnet im vergangenen Januar, als Polizisten ihre Streifen anlässlich des Weihnachtsmarktes 2015 gerade beendet hatten, gingen eine oder mehrere Diebesbanden in Bielefeld auf ausgedehnte Beutezüge. 201 von Opfern angezeigte Taschendiebstähle weist die Bielefelder Kriminalstatistik allein für den ersten Monat des Jahres 2016 aus. Normalerweise kommt es in Bielefeld pro Monat durchschnittlich zu etwa 70 Taschendiebstählen.

Während des vor knapp drei Wochen beendeten Weihnachtsmarktes 2016 habe es weniger Taschendiebstähle als in den Vorjahren gegeben, hieß es gestern von der Kripo. Genaue Zahlen durften die Polizisten nicht nennen. Das behält sich NRW-Innenminister Ralf Jäger vor, wenn er Anfang März die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr vorstellt.

Bielefeld auf »höherem mitteleren Niveau«

Im NRW-Landesvergleich liege Bielefeld auf einem »höheren mittleren Niveau«, sagte Dr. Martin Klein, Leiter der für Taschendiebstähle zuständigen Kriminalinspektion 3 beim hiesigen Polizeipräsidium. Im Vergleich der NRW-Großstädte rangiere Bielefeld sogar im »unteren Bereich«. In Münster, dem Ruhrgebiet und im Rheinland sei die Zahl der Taschendiebstähle in den vergangenen Jahren noch viel stärker gestiegen als in Bielefeld.

Am Dienstag waren Opferschützer der Kripo erneut mit einem Infostand in der großen Halle der Universität Bielefeld präsent, um über die Tricks der Täter aufzuklären. Die Polizei wolle ganz gezielt junge Menschen warnen, die besonders an den Wochenenden in und vor Bielefelder Diskos und Gaststätten zu Opfern der Taschendiebe würden, sagte Kriminalhauptkommissar Kai-Jörn Rosin. »Die Diebe nehmen sich leichte Ziele vor. Ein leichtes Ziel ist jemand, der angetrunken ist«, warnte Rosin unter anderem vor der Masche der sogenannten »Antänzer«.

Auch der Weiße Ring informiert

Den Infostand der Kripo nutzte auch die Opferschutzorganisation Weißer Ring, um sich den Studenten vorzustellen. »Viele wissen gar nicht, was wir sind und halten uns für eine Versicherung«, sagte Ilse Haase vom Weißen Ring Bielefeld. Dabei stehe der Weiße Ring dafür, Opfern sowohl menschliche als auch finanzielle Unterstützung zu geben.

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