Aktivisten klären in der Innenstadt Passanten auf Tierschützer gehen auf Streife

Bielefeld (WB). »Echt- oder Kunstpelz?«, so lautet die Frage der beiden Aktivisten Jennifer Schöpf und Michael Seitz vom Deutschen Tierschutzbüro am Donnerstag in der Bielefelder Innenstadt, wo sie als selbst ernannte »Pelz- Polizisten« auf Streife gehen und gesprächsbereiten Passanten Hilfestellung beim Erkennen von Echt- oder Kunstpelz geben. Dabei sorgt das Duo aus Berlin für viele neugierige Blicke.

Von Diana Schwindt

Es ist inzwischen ein gewohntes Bild auf deutschen Straßen: Pelzbesätze am Jackenkragen oder an der Mütze. In vielen Fällen wüssten die Verbraucher aber gar nicht, dass es sich dabei um Echtpelz handelt. »Die meisten orientieren sich am Preis, doch erschreckenderweise kann Kunstpelz sogar teurer als echter sein«, erklärt Jennifer Schöpf. »Wir wollen die Passanten aber nicht verurteilen, sondern ihnen eine Hilfestellung geben, diesen Unterschied zu erkennen.«

Hierfür hat das Duo ein Anschauungsobjekt in Form eines Schals mit Pelz-Bommel mitgebracht, den es für neun Euro bei einem bekannten Modehaus erworben hat. Den Aktivisten zufolge lässt sich echter Pelz aus der Entfernung daran erkennen, dass er bei den Bewegungen des Trägers »mitwippt«, während Kunstpelz unbeweglich bleibt. Bei genauerer Betrachtung lässt sich unten an den Pelzhaaren eine weiße Lederschicht erkennen. Ist man sich dennoch unsicher, so kann man einzelne Haare aus dem Fell ziehen und anzünden. Bei unangenehmem Geruch handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um echten Pelz.

Ein maßgebliches Problem beim Erkennen von echtem Pelz bestehe für den Verbraucher darin, dass viele Hersteller die erforderliche Bezeichnung »enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs« häufig nicht an dem Produkt anbringen.

Und wenn doch, dann in Form von Decknamen wie beispielsweise »Racoon«. Dabei handelt es sich um eine meist asiatische Pelzart, die Ähnlichkeit mit Fuchspelz hat. »Verbraucher werden hier nicht umfassend aufgeklärt«, sagt Michael Seitz. Mit der bundesweiten Kampagne macht der Verein auf die Gefahren der Pelz-Produktion aufmerksam und gibt Pelzträgern beim Erkennen von Echtpelz Hilfestellung.

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