Café Knigge bietet neuen Service Spezielle Speisekarten für Blinde

Bielefeld (WB/hz). Eigentlich ist es die normalste Sache der Welt. Wer auswärts essen geht, liest die Speisekarte und bestellt. Blinden oder sehbehinderten Menschen ist das allerdings unmöglich.

Stellen die neuen Speisekarten für Blinde und Sehbehinderte vor (von links): Dr. Konrad Gerull, Regina Berger, Isabelle Kuznik, Viktoria Hempel, Dominik Heuer und Dorothee Krafft.
Stellen die neuen Speisekarten für Blinde und Sehbehinderte vor (von links): Dr. Konrad Gerull, Regina Berger, Isabelle Kuznik, Viktoria Hempel, Dominik Heuer und Dorothee Krafft. Foto: Heinze

In den drei Filialen des Cafés Knigge an der Bahnhof-, Niedern- und Obernstraße ist das von sofort an anders. Dort gibt es jetzt spezielle Speisekarten in Blindenschrift und Großdruck. Den Angaben von Knigge-Geschäftsführer Dominik Heuer zufolge sind es die ersten Speisekarten dieser Art in Bielefeld. Heuer: »Ich würde mich freuen, wenn andere Gastronomen nachziehen.«

Die Idee zur Speisekarte für Blinde und Sehbehinderte hatten vier angehende Heilpädagoginnen des Berufskollegs Bethel im Rahmen ihrer Projektarbeit. Für Dorothee Krafft, Regina Bergen, Viktoria Hempel und Isabelle Kuznik war es jedoch nicht einfach, den richtigen Ansprechpartner zu finden. Zwölfmal seien sie in Bielefelder Gastronomiebetrieben abgeblitzt, bis sie endlich im Café Knigge an der richtigen Adresse waren, sagte Isabelle Kuznik.

Unterstützt wurde die Aktion vom Blinden- und Sehbehindertenverein Bielefeld sowie von der hiesigen Regionalgruppe des Vereins Pro Retina (Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen). Der seit zehn Jahren vollständig erblindete Dr. Konrad Gerull von Pro Retina und weitere Betroffene gaben wertvolle Anregungen. So sind die Mitarbeiter der Café Knigge-Filialen jetzt geschult, darauf zu achten, wenn Blinde oder Sehbehinderte bei ihnen einkehren.

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