Unternehmer Georgios S. aus Bad Oeynhausen steht vom 14. Februar an vor Gericht Mordanklage gegen Ehemann

Bielefeld/Bad Oeynhausen (WB). Vier Monate nach dem Mord an der zweifachen Mutter Tanja S. (41) aus Bielefeld hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen den Ehemann Georgios S. (53) erhoben. Der Prozess beginnt am 14. Februar vor dem Landgericht Bielefeld.

Von Christian Althoff
Mordopfer Tanja S. (41) hinterließ zwei Kinder.
Mordopfer Tanja S. (41) hinterließ zwei Kinder. Foto: Christian Althoff

Georgios S., der in Bad Oeynhausen einen Produktionsbetrieb besitzt, lebte von Frau und Kindern getrennt. Er soll Tanja S. mit einem Schrotgewehr aufgelauert haben, als sie am 15. September ihr Haus in Bielefeld-Senne verließ.

Die beiden gemeinsamen Kinder (damals zehn und elf Jahre alt) waren da gerade zur Schule gegangen und ihr neuer Lebensgefährte schon seit Stunden zur Arbeit aus dem Haus.

Eifersucht als mögliches Motiv

Als Tanja S. mit ihrem Volvo vom Grundstück rollte, wurde sie mit mehreren Schrotschüssen geradezu hingerichtet. Nachbarn hörten drei Schüsse, getroffen wurde das Opfer von zwei Schrotladungen.

Noch am selben Tag wurde der Ehemann festgenommen. Als Motiv wird Eifersucht angenommen. Die Mutter des Opfers und der Lebengefährte von Tanja S. kümmern sich seitdem um die Kinder.

Unternehmer bestreitet den Mord

Der Unternehmer bestreitet den Mord. Er hat ausgesagt, er sei zur Tatzeit auf dem Weg zu einem Kunden in Herford gewesen, um diesem ein Werkstück zu zeigen.

Auf der Fahrt dorthin habe er aber gemerkt, dass er das Werkstück vergessen habe, und sei umgekehrt. Damit hat er kein Alibi.

Gegen 9.20 Uhr, etwa 90 Minuten nach den tödlichen Schüssen, traf Georgios S. nach Angaben von Mitarbeitern an seiner Firma in Bad Oeynhausen ein. Die Mordkommission nimmt an, dass er vorher die Waffe entsorgt und sich umgezogen hat.

DNA-Spuren belasten Angeklagten

Belastet wird Georgios S. durch Schrothülsen am Tatort, an denen seine DNA war. Außerdem wurden in der Nähe ein Gewehrfutteral und eine Sturmhaube mit seiner DNA entdeckt.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft spricht auch gegen ihn, dass sein Handy an jenem Morgen ausgeschaltet war, was an anderen Tage nie der Fall gewesen sein soll.

Und: Er soll Tanja S. vor Jahren mit einer Pistole bedroht haben. Das soll die Frau damals ihrer Mutter und einer Freundin erzählt haben.

Verteidiger von Georgios S. ist Martin Lindemann aus Bad Oeynhausen. »Die Staatsanwaltschaft hat nur Indizien. Unser Ziel ist ein Freispruch«, sagte er gestern.

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