JU-Chef Paul Ziemiak bei Neujahrsempfang – Überraschungsgast Delius Der die Kanzlerin ärgert

Bielefeld (WB/MiS). Nach der Bundestagswahl am liebsten eine Koalition mit der FDP, und weg mit NRW-Innenminister Jäger (SPD).

Kandidaten-Treff: (von links) JU-Vize Alexander Rüsing, Bundestagskandidat Michael Weber, Landtagsbewerberin Birgit Ernst, JU-Bundesvorsitzender Paul Ziemiak, JU-Kreisvorsitzender Steve Wasyliw und Landtagskandidat Vincenzo Copertino.
Kandidaten-Treff: (von links) JU-Vize Alexander Rüsing, Bundestagskandidat Michael Weber, Landtagsbewerberin Birgit Ernst, JU-Bundesvorsitzender Paul Ziemiak, JU-Kreisvorsitzender Steve Wasyliw und Landtagskandidat Vincenzo Copertino. Foto: Hans-Werner Büscher

Es waren klare Botschaften, die Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der jungen Union, gestern beim Neujahrsempfang des Bielefelder Ablegers seiner Organisation in der »Bar Celona« formulierte.

Mit dem JU-Antrag beim CDU-Bundesparteitag, die Doppelpass-Regelung für Kinder türkischer Eltern wieder abzuschaffen, hatte er jüngst die Kanzlerin geärgert. Aber für Ziemiak ist klar: »Es darf unterschiedliche Auffassungen in der Union geben.« Für ihn ist das sogar das Markenzeichen einer Volkspartei. »In der Flüchtlingsfrage spiegeln wir das ganze Meinungsbild der Gesellschaft wider.«

Und seine Meinung? Wer ohne Papiere nach Deutschland komme, solle sich erst einmal nicht frei bewegen dürfen. »Wir müssen wissen, mit wem wir’s zu tun haben.« Wer Obdachlose anzünde, dessen Asylverfahren müsse sofort beendet sein. »Nach Verbüßung der Strafe abschieben.«

Ziemiak will aber auch für ein weltoffenes, wertegebundenes Deutschland einstehen. »Genau wegen unserer christlich-jüdischen Tradition nehmen wir Flüchtlinge auf.« Nur von denen müsse man erwarten, dass sie sich auch anpassten.

Nichts anfangen kann Ziemiak mit einem Politiker wie NRW-Innenminister Ralf Jäger. »Bei dem sind immer die anderen schuld«, kritisierte der JU-Bundesvorsitzende, der in Iserlohn zu Hause ist, dass Jäger jede Verantwortung dafür ablehne, dass der Berlin-Attentäter und Top-Gefährder Anis Amri nicht schon in NRW gestoppt wurde. Jäger stehe als Minister für den Blitzermarathon und sonst für wenig, lautete Ziemiaks Urteil.

Gäste der Jungen Union waren auch der Bielefelder Europaabgeordnete Elmar Brok, Bundestagskandidat Michael Weber und die Landtagsbewerber Vincenzo Copertino (Wahlkreis Mitte) und Birgit Ernst (Jöllenbeck/Dornberg). Auch Gastredner Ziemiak strebt ein Mandat an, tritt im Herbst im Wahlkreis Herne bei der Bundestagswahl an.

Überraschungsgast bei der Jungen Union war der frühere BfB-Spitzenkandidat Johannes Delius. Er hat inzwischen einen Austausch der politischen Jugendorganisationen in Bielefeld initiiert. Ziel: Mehr junge Leute für politische Themen zu begeistern.

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